Mittwoch, 15. Juni 2016

[Rezension] Das Juwel - Die Gabe

Autorin: Amy Ewing (aus dem Amerikanischen von Andrea Fischer)
Verlag: Fischer FJB
Teil einer Reihe: 1/3
Seiten: 448
ISBN 978-3-8414-2104-3
Preis: 16,99€ (gebunden)



Inhalt:
Violet Lasting ist etwas Besonderes. Sie kann durch bloße Vorstellungskraft Dinge verändern und wachsen lassen. Deshalb wird sie auserwählt, ein Leben im Juwel zu führen. Sie entkommt bitterer Armut und wird an die Herzogin vom See verkauft, um bei ihr zu wohnen. Eine faszinierende, prunkvolle Welt erwartet sie. Doch das neue Leben fordert ein großes Opfer von ihr: Gegen ihren Willen und unter Einsatz all ihrer Kraft soll sie der Herzogin ein Kind schenken.
Wie soll Violet in dieser Welt voller Gefahren und Palastintrigen bestehen? Als sie sich verliebt, setzt sie nicht nur ihre eigene Freiheit aufs Spiel.

Meine Meinung:
Durch den recht einfachen Sprachstil ist die Geschichte sehr flüssig zu lesen. Die Handlung ist spannend und es gibt eine Menge, teils schockierende Wendepunkte, sodass es trotz der einfachen Sprache nie langweilig wird. Die Idee mit den Surrogate, die Farbe, Form und Wachstum von Dingen verändern können, ist originell und interessant. Durch die Ich-Perspektive, in der die Geschichte erzählt wird, wirkt die grausame, dystopische Welt, in der die 16-jährige Violet lebt, sehr authentisch. Die „Einzige Stadt“ ist in fünf Kreise unterteilt, die verschiedenen Gesellschaftsschichten und Berufen entsprechen, ähnlich wie den Distrikten der „Tribute von Panem“. Auch sonst ähneln sich diese Geschichten in einigen Punkten. Nichtsdestotrotz haben beide auch ihre ganz besonderen Eigenheiten.
Ein negativer Aspekt am „Juwel“ ist für mich, dass die Romanze zwischen Violet und Ash ein bisschen zu schnell ihren Lauf nimmt. Klar, Violet hat seit ihrer Kindheit keinen Kontakt mehr zu Männern gehabt und ist deshalb auch neugierig - aber hätte sie sich nicht vielleicht gerade deshalb ein wenig zurückhaltender verhalten? Vielleicht - und das wäre durchaus authentisch - ist sie auch von Trotz und Widerstand gegen die Unmenschlichkeit des Juwels angetrieben diese Beziehung eingegangen. Das überlasse ich der Betrachtung des Lesers.



Fazit: Eine unglaublich spannende Geschichte mit nur kleinen Mängeln. Für Dystopien- und Fantasyliebhaber  dennoch ein Muss! Das Schlimmste ist der wirklich oberfiese Cliffhanger am Ende, der (zumindest für mich) das Warten auf Teil 2 ("Das Juwel - Die weiße Rose"; erscheint voraussichtlich am 25. August 2016) unerträglich macht.