Donnerstag, 28. Juli 2016

[Rezension] Für immer vielleicht

Autorin: Cecelia Ahern (aus dem Englischen von Cristine Strüh)
Verlag: Krüger (ein Verlag der S. Fischer Verlag GmbH)
Seiten: 446
ISBN 978-3-596-51105-1
Preis: 10 € (Hardcover)



Handlung:
Alex und Rosie kennen sich, seit sie fünf Jahre alt sind. Alex muss kurz vor dem Abi mit seinen Eltern von Irland nach Amerika ziehen. Rosie will nachkommen und Hotelmanagement studieren, doch dann wird sie schwanger. Und das nicht von Alex. Sie zieht ihre Tochter allein groß, Alex heiratet eine Amerikanerin. Erst nach Jahren ist Alex wieder solo - doch inzwischen ist auch Rosie verheiratet.
In all den Jahren bleiben Alex und Rosie in Kontakt. Nicht nur mit Briefen, auch mit E-Mails, Chat-Nachrichten und SMS. Doch es ist wie verhext: Rosie und Alex sind einfach wie die Königskinder ...

Meine Meinung:
Dieses Buch ist ganz anders als alle, die ich bisher gelesen habe, weil es bis auf den Epilog ausschließlich im Chatstil geschrieben ist. Die Handlung wird also nur mithilfe von Briefen, E-Mails, Notizzetteln, SMS etc. vorangetrieben. Am Anfang ist es ein bisschen schwer, all diese Dinge voneinander zu trennen, aber nach einiger Zeit gewöhnt man sich daran und liest das alles ganz „automatisch“, ohne vorher immer auf den kleinen Zeichnungen daneben nachzugucken, ob es jetzt E-Mail, Brief oder etwas anderes ist.
Die Geschichte beginnt, als Rosie und Alex etwa fünf Jahre alt sind und endet, wenn die beiden 50 Jahre alt sind. In dieser langen Zeitspanne verändert sich sowohl das Leben der beiden als auch das Verhältnis zueinander natürlich enorm, und das alles erzählt Cecelia Ahern mit unglaublich viel Witz, Spannung, Drama - und nur mithilfe von Briefen u.ä. Ich finde es echt beeindruckend, wie unglaublich vielschichtig, tiefgründig, romantisch und spannend man im Chatstil schreiben kann und wie die ganze Handlung sozusagen „hinter den Kulissen“ und trotzdem direkt vor den Augen des Lesers stattfindet.



Fazit: Dieses Buch ist so romantisch, witzig, schockierend, traurig und außergewöhnlich wie das Leben selbst, mit wunderbaren Freundschaften und einer wohlverdienten Portion Happy End. Ich kann's nur weiterempfehlen!:)

Samstag, 23. Juli 2016

[Rezension] Monday Club - Der zweite Verrat

Autorin: Krystyna Kuhn
Verlag: Oetinger
Seiten: 344
Teil einer Reihe: 2/3
ISBN 978-3-7891-4062-4
Preis: 16,99€ (Hardcover)



Inhalt:
„Du wirst die nächste sein!“ Faye bekommt diese furchtbare Warnung einfach nicht aus dem Kopf. Schwebt sie wirklich in Gefahr? Und was hat der mächtige Monday Club damit zu tun? Als sie zusammen mit Luke feststellt, dass jemand Beweise vernichtet, wird ihnen beiden klar: Sie kommen der Wahrheit gefährlich nah. Und diese Wahrheit ist schlimmer als jeder Albtraum.
Denn tatsächlich muss Faye nicht nur um ihr eigenes Leben fürchten ...


Meine Meinung:
Auch hier war der Start für mich etwas holprig, und auf den ersten ca. 50 Seiten konnte man sich meiner Meinung nach nicht richtig in die Geschichte vertiefen. Aber dann ist mir genau dasselbe passiert wie in Band 1 - ich wurde förmlich hineingezogen in die Geschichte und habe richtig mitgefiebert. Ständig wird der Leser mit schockierenden Wendungen konfrontiert - einige davon habe ich bis jetzt nicht ganz "verkraftet". Was genau der Monday Club wirklich bezweckt, hat man bis jetzt leider auch nicht herausgefunden, aber immerhin wird da so etwas angedeutet.
Ein wenig enttäuscht war ich nur, dass in diesem Buch noch weniger von der Liebesgeschichte zwischen Faye und Josh/Faye und Luke erzählt wird als in Band 1. Mir ist klar, dass das nicht zur Hauptstory gehört, aber wenn Faye Josh liebt und umgekehrt, so hätte ich doch erwartet, dass die Romanze zwischen ihnen wenigstens eine kleine Nebenrolle erhält und nicht immer nur ab und zu nebenbei erwähnt wird. Vor allem, da ja vor kurzem noch Luke aufgetaucht ist und er sich offensichtlich gut mit Faye versteht. Diese "Dreiecksbeziehung" wird nur ganz leicht angedeutet, und ich finde, man hätte mehr daraus machen können.
Wirklich schrecklich finde ich auch das Ende - ich meine, hallo?! Hat die liebe Krystyna Kuhn auch an die Leser gedacht, als sie den letzten Satz geschrieben hat? Jedenfalls können jetzt wohl alle kaum erwarten, dass Teil 3 erscheint. Mir jedenfalls geht es so.


Fazit:
Holpriger Start, Wahnsinnsende. Ich für meinen Teil freue mich schon auf Teil 3, der am 24. Oktober 2016 erscheint.

Dienstag, 12. Juli 2016

[Rezension] Monday Club - Das erste Opfer

Autorin: Krystyna Kuhn
Verlag: Oetinger
Seiten: 381
Teil einer Reihe: 1/3
ISBN 978-3-7891-4061-7
Preis: 16,99€ (Hardcover)



Inhalt:
Seit sie denken kann, leidet die sechzehnhährige Faye unter einer seltenen Schlafkrankheit. Oft fällt es ihr schwer, Realität und Fantasie zu unterscheiden. Als ihre beste Freundin Amy bei einem Autounfall ums Leben kommt und alle im Ort plötzlich Geheimnisse vor Faye haben, weiß sie nicht mehr, wem sie glauben soll. Sogar ihr Freund Josh scheint etwas vor ihr zu verbergen. Ob das mit dem einflussreichen Monday Club zu tun hat? Und was meint die verrückte Missy Austen, als sie sagt: „Sie können Tote wecken“? Die Grenze zwischen Wirklichkeit und Wahn verschwindet immer mehr - und dann, eines Nachts, begegnet Faye der tot geglaubten Amy . . .

Meine Meinung:
Am Anfang fiel es mir etwas schwer, in die Geschichte einzusteigen. Aber ich kann jedem von euch nur empfehlen, trotzdem weiterzumachen - es lohnt sich!
Nach den ersten Seiten nimmt die Geschichte richtig an Fahrt auf, und dann legt man dieses Buch nur äußerst ungern wieder beiseite.
Die 16-jährige Faye, aus deren Sicht die Geschichte erzählt wird, ist ein sehr interessanter Charakter, weil sie nicht wie manch anderer Protagonist einfach eine zu lange Nase oder zu kurze Beine, sondern eine psychische Krankheit hat. Deswegen glauben auch alle, sie würde halluzinieren, als sie ihre angeblich tote Freundin Amy auf der Straße sieht. Das bringt den Leser zum Nachdenken - Wem soll er glauben, der "verrückten" Faye oder, was eigentlich glaubwürdiger scheint, den Leuten, die behaupten, sie hätte sich alles bloß eingebildet?
Es gibt immer wieder überraschende Wendungen, die einen den Atem anhalten lassen, besonders, als sich all die verworrenen Bruchstücke endlich zu einem Ganzen zusammenfügen. Und doch fehlt etwas bei der Auflösung des Ganzen: Der Monday Club. Was geschieht in diesen geheimnisvollen Versammlungen wirklich? Und warum ist alles so geheim, wenn es angeblich nur um wohltätige Zwecke geht? Und was ist wirklich - und ich meine, wirklich und vor allem, warum - mit Amy geschehen? Ist es wirklich wahr, was Faye herausgefunden hat? Und was macht sie so besonders?
Ich hoffe, Teil 2 hält Antworten bereit - vor allem nach diesem Cliffhanger, der das, was vorher so logisch erschien, anzweifeln lässt.



Fazit:
Nach einigen Startschwierigkeiten verliert man sich in diesem Buch, und hat man es erst einmal beendet, dann kann man es kaum abwarten, Teil 2 endlich in den Händen zu halten.

Sonntag, 3. Juli 2016

[Rezension] Eine wie Alaska

Autor: John Green (aus dem Amerikanischen von Sophie Zeitz)
Verlag: Carl Hanser Verlag
Seiten: 280
ISBN 987-3-446-20853-7
Preis: 9,95€ (Taschenbuch)



Inhalt:
"'Und was ist das für ein Labyrinth?', fragte ich. Ihr Mund war so nah, dass ich ihren warmen Atem in der Abendluft spürte, als sie sagte: 'Das ist das Rätsel, verstehst du? Ist es das Labyrinth des Lebens oder des Todes? Wem will er entkommen - der Welt oder ihrem Ende?' Ich wartete, dass sie fortfuhr, aber nach einer Weile begriff ich, dass sie von mir die Antwort wollte."

Miles hat die Schule gewechselt. Auf dem Internat in Culver Creek verliebt er sich auf den ersten Blick in Alaska. Alaska ist ein Rätsel, eine Göttin, ein Wunder. Sie mag Lyrik, klassische Literatur, nächtliche Diskussionen über philosophische Absurditäten, heimliche Glimmstängel im Wald und die echte wahre Liebe. Den Namen Alaska hat sie sich selber ausgesucht, weil ihr "Mary" zu langweilig war.
Miles ist fasziniert und überfordert zugleich. Wie kann er einem solchen Wesen begegnen, ohne sich heillos zu verlieren? Wie kann er an Alaska herankommen? Dass hinter verrückten aufgekratzten Seite etwas Weiches und unendlich Verletzliches steckt, ist offensichtlich.
Wer ist Alaska wirklich? Und was hat der lang ersehnte Kuss zu tun, den Alaska Miles gegeben hat?

Meine Meinung:
Ich glaube, es gibt kaum Autoren, die es so gut wie John Green verstehen, Philosophie mit Humor zu verbinden, die über ernste Themen schreiben und die Leser dennoch mit ihren Büchern zum Lachen bringen können.
Miles, aus dessen Sicht die Geschichte erzählt wird, hat einen unglaublich vielschichtigen Charakter, auch wenn er auf den ersten Blick wie der "klassische Loser" scheinen mag. Dieser Eindruck verflüchtigt sich meiner Meinung nach jedoch schnell. Im Laufe der Geschichte macht er eine Menge Veränderungen durch - er raucht, trinkt Alkohol, verstößt gegen die Regeln -, aber er bleibt trotzdem immer er selbst. Auch die anderen Charaktere sind nicht so draufgängerisch, wie sie anfangs vielleicht aussehen. Jeder ist auf seine Weise etwas ganz Besonderes, und es gibt eigentlich niemanden, den man nicht sofort ins Herz schließt. Auch die Geschichte an sich lässt einen mitfiebern, obwohl sie eigentlich etwas völlig Alltägliches beschreibt - die Geschichte von Miles und Alaska hätte exakt so auch in Wirklichkeit passiert sein können. Nichtsdestotrotz hat sie etwas Magisches an sich und ich würde sie jedem empfehlen. Auch, wenn das größte Rätsel - wie man den Weg aus dem Labyrinth des Leidens findet - wohl weiterhin ein Rätsel bleibt.



Fazit:
Ein unglaublich gelungener Debüt-Roman, den ich nur weiterempfehlen kann!