Samstag, 26. November 2016

[Rezension] Love Letters to the Dead


Autorin: Ava Dellaira (aus dem amerikanischen Englisch von Katarina Ganslandt)
Verlag: cbt
Seiten: 416
ISBN 978-3570163146
Preis: 17,99€ (Hardcover)

Inhalt:
Es beginnt mit einem Brief. Laurel soll für ihren Englischunterricht an eine verstorbene Persönlichkeit schreiben. Sie wählt Kurt Cobain, den Lieblingssänger ihrer Schwester May, die ebenfalls viel zu früh starb. Aus dem ersten Brief wird eine lange Unterhaltung mit toten Berühmtheiten wie Janis Joplin, Amy Winehouse und Heath Ledger. Denn die Toten verstehen Laurel besser als die Lebenden. Laurel erzählt ihnen von der neuen Schule, ihren neuen Freunden und Sky, ihrer großen Liebe. Doch erst, als sie die Wahrheit über sich und ihre Schwester May offenbart, findet sie den Weg zurück ins Leben und kann einen letzten Brief an May schreiben …

Meine Meinung:
Das Buch stand schon lange auf meiner Wunschliste, weil die Geschichte ziemlich interessant und außergewöhnlich klang und ich außerdem schon viel Gutes über dieses Buch gehört habe, aber ich muss sagen, das Buch hat mich wirklich enttäuscht.
Zum einen sind da die Briefe: Zuerst dachte ich, dass die Protagonistin nach und nach immer mehr diesem Briefeschreiben an  die Toten verfällt, stattdessen besteht das ganze Buch nur aus Briefen. Und nicht, dass diese Briefe irgendetwas Besonderes sind - im Gegenteil, das Buch wirkt eigentlich mehr wie eine ganz normale Erzählung, dass gelegentlich von einem „Liebe/r XY . . . Deine Lauren“ unterbrochen wird.
Zum anderen haben mir auch die Charaktere nicht wirklich gut gefallen. Keiner von ihnen schien besonders außergewöhnlich, wenn man vielleicht davon absieht, dass die Protagonistin Briefe an bereits verstorbene Personen schreibt. Während in anderen Büchern jeder Charakter auf seine Weise besonders ist, so ist hier jeder auf seine eigene Art nervig. Auch die Handlung konnte mich nicht wirklich überzeugen, da irgendwie wenig geschieht und das Buch nicht wirklich abwechslungsreich ist. Außerdem war es extrem irritierend, nicht zu wissen, wie alt Lauren denn jetzt wirklich ist, weil sie in einem Moment unglaublich kindisch und dann wieder sehr „erwachsen“ handelt.
Am allerschlimmsten fand ich jedoch die Liebesgeschichte, die so klischeehaft und unrealistisch war, wie eine Liebesgeschichte nur sein kann. Kurz gefasst: Junges, unsicheres Mädchen ist neu auf der Schule und ganz allein, verliebt sich aber plötzlich in mysteriösen, gutaussehenden Jungen, der natürlich gleich dieselben Gefühle für sie hegt, dann eine eigentlich unnötige Vorübergehend-Trennung, die vor dem Ende noch mal für Spannung sorgen soll. Insgesamt also ziemlich vorhersehbar, kitschig und unnötig.
Leider hat mir das Buch überhaupt nicht gefallen, obwohl eine wirklich gute Idee dahintersteckt. Da ich die Umsetzung aber sehr enttäuschend finde, kann ich euch nur raten, das Buch nicht zur Hand zu nehmen.

Fazit:
„Love Letters to the Dead“ hat leider in keinster Weise meinen Erwartungen entsprochen. Eine kitschig-klischeehafte Liebesgeschichte, die lahme Handlung und die farblosen Charaktere machen dieses Buch zu einem Buch, das sich trotz des darinsteckenden Potenzials nicht wirklich lohnt.

[Rezension] Book of Lies

Autorin: Teri Terry (aus dem Englischen von Petra Knese)
Verlag: Coppenrath
Seiten: 400
ISBN 978-3649667520
Preis: 17,95€ (Hardcover)

Inhalt:
Quinn und Piper sind Zwillinge, doch sie sind sich noch nie begegnet. Erst als ihre Mutter bei einem tragischen Unfall stirbt, treffen sich die Schwestern auf der Beerdigung. Piper ist begeistert und fasziniert. Für sie ist Quinn der Schlüssel zu einem uralten Familiengeheimnis. Doch Quinn ist voller Misstrauen. Warum wurde sie ihr Leben lang von ihrer Schwester ferngehalten? Schlummert in ihr tatsächlich eine dunkle Seite, vor der sie ihre Mutter und Großmutter immer gewarnt haben? Ist sie eine Gefahr für Piper? Während Quinn ihre Vergangenheit hinter sich lassen will, vergräbt sich Piper immer tiefer in die Mythen und Prophezeiungen, die sich um ihre Familie ranken – und tritt damit ein Inferno los.

Meine Meinung:
Dieses Buch ist mir zum ersten Mal durch dieses traumhaft schöne Cover ins Auge gefallen, und ich muss sagen, es ist von innen fast genauso wie von außen!
Schon der Prolog baut eine große Spannung auf und lässt das Buch gleich sehr mysteriös wirken - und der erste Eindruck ist ja immer besonders wichtig. Auch im folgenden bleibt es so: mysteriös, undurchdringlich und mythisch.
Das Buch wird zwar aus zwei Sichten erzählt - jeweils abwechselnd von Quinn und Piper - , aber anders als bei anderen Büchern konnte ich mich sofort daran gewöhnen und der Übergang zwischen den Kapiteln verlief nahtlos.
Die beiden Protagonisten, Quinn und Piper, sind jeweils auf ihre eigene Art etwas ganz Besonderes und es hat Spaß gemacht, sie durch die Geschichte zu begleiten. Wie für den Leser schon angedeutet wird, müsste eine von ihnen gut und eine böse sein. Doch Quinn, die ihr ganzes Leben lang weggesperrt wurde, scheint zuerst eigentlich völlig harmlos - genauso wie Piper. Beide entwickeln sich innerhalb des Buches zu etwas, das sich nicht eindeutig Gut oder Böse zuordnen lässt, was dem Buch zusätzlich einen geheimnisvollen Touch verleitet.
Wirklich gut gefallen hat mir auch, dass sich die Autorin der echten Legenden rund um Dartmoor bedient hat, laut denen sogenannte „Hatzhunde“ durch die Moore streifen, um zum Beispiel ahnungslose Wanderer zu überfallen.
Das einzige, was meiner Meinung nach besser hätte gemacht werden können, ist die „Auflösung“ der ganzen Geheimnisse am Ende des Buches, weil es mich gerade beim ersten Lesen etwas verwirrt hat. Insgesamt hat mir dieses Buch aber - gerade auch wegen der ungewöhnlichen Charaktere und dem ungewöhnlichen Ende - sehr gut gefallen und ich kann es auf jeden Fall weiterempfehlen.

Fazit:
„Book of Lies“ hat nicht nur ein wunderschönes Cover, sondern kann auch vom Inhalt her punkten. Besonders für Fans von Fantasybüchern oder Mysterythrillern ist dieses Buch sehr empfehlenswert!

[Rezension] Die Insel der besonderen Kinder - Die Comic-Adaption

Story: Ransom Riggs
Zeichnungen: Cassandra Jean
Aus dem Amerikanischen von Nina Olligschläger
Verlag: Carlsen
Teil einer Reihe: 1/3
Seiten: 256
ISBN 978-3551728265
Preis: 14,90€ (Taschenbuch)

Inhalt:
Manche Großeltern lesen ihren Enkeln Märchen vor. Nicht so der Opa von Jacob - Abraham erzählte ihm von einer Insel, auf der Kinder mit besonderen Fähigkeiten leben. Und von Monstern, die auf der Suche nach ihnen sind. Erst Jahre später, als sein Großvater unter mysteriösen Umständen stirbt, erinnert Jacob sich wieder an die Geschichten und entdeckt Hinweise darauf, dass es diesen besonderen Ort wirklich gibt. Doch auch die Ungeheuer sind höchst real – und folgen ihm auf seiner Suche nach der Insel der besonderen Kinder…

Meine Meinung:
Da ich bisher noch nie einen Comic gelesen habe, war dieses Buch eine ganz neue Erfahrung für mich. Deswegen werde ich im folgenden auch die Unterschiede von Comics und „richtigen“ Büchern ansprechen.
Zunächst aber erst einmal der Inhalt - Von der Handlung her konnte mich das Buch nämlich auf ganzer Linie überzeugen, und ich habe gleich gemerkt: Das ist ein Buch, das man schon als Kind lieben und als Erwachsener immer noch gerne lesen wird. Die Geschichte wirkte gleichzeitig magisch und doch sehr realitätsnah, was mir wirklich gut gefallen hat.
Allerdings hatte ich das Gefühl, dass der Geschichte durch die Comic-Adaption ein ganzes Stück fehlte. Vieles wurde nur durch Bilder erzählt, was für mich persönlich sehr ungewohnt war, und die Handlung wirkte sehr „zusammengequetscht“. Dadurch, dass alles so knapp erzählt wurde, fiel es mir außerdem schwer, gewisse Dinge oder Handlungen nachzuvollziehen. Auch wirkten die Charaktere teilweise ein bisschen „blass“ und ich konnte mich nicht wirklich in sie hineinversetzen.
Die Zeichnungen waren zwar ganz hübsch und auch, dass das Buch mit Fotografien unterlegt war, hat mir sehr gut gefallen, aber trotzdem würde ich, glaube ich, beim „richtigen“ Buch bleiben, einfach, weil hier irgendwie ein bisschen das Gefühl gefehlt hat.

Fazit:
Eine magische Geschichte, an der jedoch meiner Meinung nach durch die Comic-Adaption einiges verloren gegangen ist. Für Comic-Fans sehr empfehlenswert, allen anderen würde ich aber eher das „richtige“ Buch empfehlen.


Vielen Dank an den Carlsen-Verlag für das Rezensionsexemplar!

Samstag, 19. November 2016

[Rezension] Perfect - Willst du die perfekte Welt?

Autorin: Cecelia Ahern (aus dem Englischen von Christine Strüh)
Verlag: FISCHER FJB
Teil einer Reihe: 2/2
Seiten: 480
ISBN 978-3841422361
Preis: 18,99€ (Hardcover)

Inhalt:
Celestine wurde als „fehlerhaft“ gebrandmarkt, sie gehört nun zu den Menschen zweiter Klasse. Doch statt sich den strikten Regeln des Systems zu unterwerfen, flieht sie. Denn Celestine ist auch ein Symbol der Hoffnung für alle anderen Fehlerhaften.
Gelingt es ihr, den grausamen Richter Crevan zu überführen? Das wäre die Chance auf einen Neuanfang für die Fehlerhaften. Aber gibt es auch für ihre große Liebe eine neue Chance?
Für Celestine geht es um alles – um Gerechtigkeit für sich selbst und alle anderen und um eine lebenswerte Zukunft.

Meine Meinung:
Da es beide Teile dieser Reihe schon auf Englisch gab, sind sie beide innerhalb eines recht kurzen Zeitraums auf Deutsch erschienen, sodass ich zum Glück nicht lange auf Teil 2 warten musste. Und genau wie „Flawed - Wie perfekt willst du sein?“ hat mich auch „Perfect - Willst du die perfekte Welt?“ wirklich begeistert!
Gleich zu Anfang geht es spannend los: Celestine hält sich bei ihrem Großvater versteckt, wo sie regelmäßig von Whistleblowern gesucht wird, und an der Stelle, als sie sich an ihrem Geburtstag nicht rechtzeitig in ein sicheres Versteck retten konnte, blieb mir im wahrsten Sinne des Wortes die Luft weg.
Das Buch war durchgehend so spannend und mitreißend, dass ich es kaum aus der Hand legen konnte und mit den Gedanken eigentlich nur bei diesem Buch war, sodass ich es am liebsten in einem Rutsch durchgelesen hätte.
Celestine als Protagonistin hat sich in der Zeit, in der sie als Fehlerhafte galt, unglaublich weiterentwickelt und wurde langsam, aber stetig vom verunsicherten, ängstlichen Mädchen zur starken Führerin, die sich nicht unterkriegen lässt. Ein paar ihrer Auftritte haben mir tatsächlich eine Gänsehaut bereitet, während ich von der immer weiter zunehmenden Grausamkeit und Unmenschlichkeit der Gilde immer wieder aufs Neue schockiert wurde.
Eigentlich aber will jeder, auch wenn es am Anfang vielleicht nicht so scheint, Celestine nur für seine Zwecke benutzen und manipulieren, sodass man sich zu Fragen beginnt, wem man überhaupt noch trauen und mit wem man zusammenarbeiten kann. Dieses Thema ist ja eigentlich immer aktuell, und so passt es auch perfekt zu dieser Geschichte.
Das einzige, was wirklich besser hätte gemacht werden können, ist die Liebesgeschichte zwischen Celestine und Carrick, die um einiges emotionaler hätte sein können. Dennoch hat mir dieses Buch wirklich mehr als gut gefallen, weil es von einer faszinierenden und gleichzeitig empörenden Zukunftswelt erzählt, die aber in gewisser Weise auch unsere Gesellschaft wiederspiegelt.
Es gibt eine Menge überraschende und schockierende Wendungen, sodass dieses Buch ein atemberaubendes Leseabenteuer mit ganz viel Suchtpotenzial bietet. Zusammen mit dem wirklich wunderschönen Cover ist dieses Buch außerdem ein wahres Schmuckstück fürs Regal. Unbedingt lesen!

Fazit:
Genau wie schon der erste Band des Roman-Duos ist auch dieses Buch absolut empfehlenswert: Starke Charaktere, eine mitreißende Zukunftswelt und die dahintersteckende Botschaft machen „Perfect - Willst du die perfekte Welt?“ zu einem absoluten Highlight!

[Rezension] Die Bestimmung - Letzte Entscheidung

Autorin: Veronica Roth ( aus dem amerikanischen Englisch von Petra Koob-Pawis)
Verlag: cbt
Seiten: 512
ISBN 978-3570161579
Preis: 17,99€ (Hardcover)

Inhalt:
Die Fraktionen haben sich aufgelöst und Tris und Four erfahren, dass ihr ganzes Leben eine Lüge ist: Es gibt eine Welt außerhalb ihrer Stadt, außerhalb des Zauns. Für Tris und Four steht fest, dass sie diese neue Welt erkunden wollen. Gemeinsam. Doch sie müssen erkennen, dass die Lüge hinter dem Zaun größer ist, als alles, was sie sich vorstellen konnten, und die Wahrheit stellt ihr Leben völlig auf den Kopf. Als Tris dann auch noch die letzte Entscheidung treffen muss, kommt alles ganz anders als gedacht ...

Meine Meinung:
Der dritte und letzte Teil der „Die Bestimmung“-Trilogie wird nicht nur aus der Sicht der Protagonistin Tris, sondern auch aus der Sicht von Four bzw. Tobias erzählt. Da die Kapitel gerade zu Beginn recht kurz sind und die Erzählperspektive oft wechselt, fand ich es am Anfang etwas irritierend, aber nach einiger Zeit gewöhnt man sich gut daran.
Jetzt, wo man erfahren hat, dass es noch eine Welt hinter dem Zaun gibt, ist in der Stadt das Chaos ausgebrochen. Die Fraktionslosen, die nun die Stadt unter ihrer Kontrolle haben, wollen verhindern, dass jemand die Stadt verlässt und das, was dahinterliegt, erkundet, aber dennoch schafft es ein kleiner Trupp - inklusive Tris und Four - unter Verlusten nach draußen. Dort deckt sich nach und nach das Geheimnis ihrer Existenz auf. Da man in einem relativ kurzen Zeitraum mit einer Menge Informationen bombardiert wird, fällt es meiner Meinung nach ein wenig schwer, sich das ganze vorzustellen, und es wirkt alles etwas verwirrend. Beim zweiten Mal Lesen kann man alles schon um einiges besser verstehen.
Man erfährt jetzt also, was sich hinter dem Zaun befindet, und ist nun gleichermaßen überrascht und schockiert - und  während von einer sowohl faszinierenden als auch abstoßenden dystopischen Welt erzählt wird, bekommt man gleichzeitig eindrucksvolle Einblicke in die menschliche Natur.
Auch Tris und Four geraten immer tiefer in die Krise, sodass es nicht nur dort, wo sie sich jetzt befinden, sondern auch zwischen ihnen zu Spannungen kommt. Immer wieder stellt sich die Frage: Wem kann man überhaupt noch vertrauen?
Gegen Ende des Buches wartet dann noch ein besonders heftiger Schicksalsschlag, der wohl kaum einen kalt lassen wird und der das Buch auf eine unglaublich traurige und emotionale Weise enden lässt. Gleichzeitig ist man in gewisser Weise stolz auf die Charaktere und ganz besonders als Tris, die in diesem Buch zur wirklichen Heldin wird und teilweise auch die anderen dazu bringt, über ihre Schatten zu springen.
Für mich ist dieses Buch ein wirklich würdiger Abschluss der Reihe und ich kann es euch nur empfehlen!

Fazit:
Spannend, actiongeladen, emotional - „Die Bestimmung - Letzte Entscheidung“ ist ein unglaublich tolles und gleichzeitig auch schreckliches Buch, das einen auch lange nach der letzten Seite nicht mehr loslässt.

Dienstag, 15. November 2016

[Rezension] Die Bestimmung - Tödliche Wahrheit

Autorin: Veronica Roth (aus dem amerikanischen Englisch von Petra Koop-Pawis)
Verlag: cbt
Teil einer Reihe: 2/3
Seiten: 512
ISBN 978-3570161562
Preis: 17,99€ (Hardcover)

Inhalt:
In einer ungewissen Zukunft, in der die Fraktionen zerfallen, gibt es keine Sicherheiten mehr. Außer der einen: Wo auch immer ich hingehe – ich gehe dorthin, weil ich es will…
Drei Tage ist es her, seit die Ken mithilfe der ferngesteuerten Ferox-Soldaten unzählige Altruan umgebracht haben. Drei Tage, seit Tris' Eltern starben. Drei Tage, seit sie selbst ihren Freund Will erschossen hat – und aus Scham und Entsetzen darüber schweigt. Mit den überlebenden Altruan haben Tris und Tobias sich zu den Amite geflüchtet – doch dort sind sie nicht sicher, denn der Krieg zwischen den Fraktionen hat gerade erst begonnen. Wieder einmal muss Tris entscheiden, wo sie hingehört – selbst wenn es bedeutet, sich gegen die zu stellen, die sie am meisten liebt. Und wieder einmal kann es nur Tris in ihrer Rolle als Unbestimmte gelingen, die Katastrophe abzuwenden...

Meine Meinung:
Der zweite Band der „Die Bestimmung“-Trilogie knüpft direkt an den ersten Band an, sodass man sich sofort wieder mitten im Geschehen befindet.
 Tris und Four sind auf der Flucht zu den Amite, wo sie eine vorübergehende Bleibe erhoffen, weswegen man gerade zu Beginn des Buches viel über diese Fraktion und ihre Lebensweise erfährt. Das hat mir persönlich sehr gut gefallen, weil mich die Lebensweise der Amite  und ihre beeindruckende Konfliktlosigkeit von Anfang an fasziniert hat. Da so etwas für uns heute eigentlich undenkbar ist, war es sehr interessant, mal hinter die Kulissen einer Gesellschaftsgruppe zu blicken, bei der das der Fall ist.
Die scheinbare Ruhe hält jedoch nicht lange, und bald bricht alles wieder in Chaos aus und die Charaktere müssen sich neuen Gefahren stellen.
Dabei bleibt es fast durchgehend spannend und abwechslungsreich - denn eine Revolution bricht aus, zwischen den Fraktionen herrscht Krieg.
In dem Buch wird außerdem ein Charakter näher erleuchtet, den man aus Band 1 als grausamen, sadistischen Ferox-Initiant ohne jegliche Moral kennt: Peter. Er wird im zweiten Teil der Reihe zwar nicht sympathischer, aber man kann seine Handlung trotzdem bis zu einem gewissen Grad hin nachvollziehen. Er ist nicht mehr „nur“ der Böse, sondern wirkt nun in gewisser Weise faszinierend.
Auch die anderen Charaktere entwickeln sich weiter, und man lernt auch einige neue kennen.
Vom Inhalt her konnte mich mich das Buch also auf jeden Fall überzeugen, beim Schreibstil habe ich eigentlich nicht viel anderes zu sagen als beim ersten Teil - dass er teilweise durch kleine Wortwiederholungen etwas unbeholfen wirkte, aber sich ansonsten sehr flüssig lesen lässt.
Insgesamt ist „Die Bestimmung - Tödliche Wahrheit“ ein wirklich tolles Buch, das auf jeden Fall Lust auf mehr macht.

Fazit:
Eine packende Dystopie rund um eine faszinierende Welt - dieses Buch ist definitiv lesenswert!

[Rezension] Die Bestimmung

Autorin: Veronica Roth (aus dem amerikanischen Englisch von Petra Koob-Pawis)
Verlag: cbt
Teil einer Reihe: 1/3
Seiten: 480
ISBN 978-3570161319
Preis: 17,99€ (Hardcover)



Inhalt:
Altruan – die Selbstlosen. Candor – die Freimütigen. Ken – die Wissenden. Amite – die Friedfertigen. Und schließlich Ferox – die Furchtlosen …
Fünf Fraktionen, fünf völlig verschiedene Lebensformen sind es, zwischen denen Beatrice, wie alle Sechzehnjährigen ihrer Welt, wählen muss. Ihre Entscheidung wird ihr gesamtes künftiges Leben bestimmen, denn die Fraktion, der sie sich anschließt, gilt fortan als ihre Familie.
Doch der Eignungstest, der über Beatrices innere Bestimmung Auskunft geben soll, zeigt kein eindeutiges Ergebnis. Sie ist eine Unbestimmte, sie trägt mehrere widerstreitende Begabungen in sich. Damit gilt sie als Gefahr für die Gemeinschaft.
Beatrice entscheidet sich, ihre bisherige Fraktion, die Altruan, zu verlassen, und schließt sich den wagemutigen Ferox an. Dort aber gerät sie ins Zentrum eines Konflikts, der nicht nur ihr Leben, sondern auch das all derer, die sie liebt, bedroht…



Meine Meinung:
Die Geschichte startet mit einem relativ direkten Einstieg, man wird sozusagen mitten in das Leben von Tris als Altruan hereingeworfen und dann doch erst einmal langsam mit den verschiedenen Fraktionen vertraut gemacht. Die Idee, die Gesellschaft auf diese Weise zu spalten, hat mir sehr gefallen und war interessant zu lesen.
Hat man Tris dann ein bisschen kennengelernt, geht es gleich zum Eignungstest und Tris erfährt, dass sie eine Unbestimmte ist. Auch danach geht es mit der Handlung relativ schnell weiter und es bleibt spannend und abwechslungsreich.
In diesem ersten Teil der Trilogie geht es eigentlich hauptsächlich um die Initiation bei den Ferox und die damit verbundenen Gefahren. Tris erkennt, dass es tatsächlich sehr gefährlich ist, eine Unbestimmte zu sein, und muss um ihr Leben fürchten. Zunächst einmal weiß jedoch keiner etwas über ihre Unbestimmtheit. Dennoch macht sie sich durch ihre Herkunft nicht wenige Feinde, da es zwischen den Ken und den Altruan immer mehr brodelt und auch die anderen Fraktionen teilweise davon bedroht sind.
Gerade gegen Ende hin wird es immer spannender, da die Ken nun zu den Waffen greifen und außerdem einen mächtigen Verbündeten unter ihrer Kontrolle haben.
Die Charaktere, sowohl die Guten als auch die Bösen, passen perfekt in die Geschichte und verleihen ihr eine ungeheure Lebendigkeit. Jeder ist auf seine Weise etwas Besonderes, obwohl man als Leser sicher nicht jeden sympathisch sind.
Durch den sehr einfach gehaltenen Schreibstil lässt sich das Buch schnell lesen, manchmal waren aber auch ein paar Wortwiederholungen drin, die eigentlich hätten vermieden werden können.
Nichtsdestotrotz hat mir das Buch sehr gut gefallen und ich kann es auf jeden Fall weiterempfehlen.



Fazit:
Das Buch hat zwar einige kleine Mängel, ist aber dennoch eines jener Bücher, die beim Lesen einfach Spaß machen und sich deshalb wirklich lohnen.

Freitag, 11. November 2016

[Rezension] Die Ungehörigkeit des Glücks

Autorin: Jenny Downham (aus dem Englischen von Astrid Arz)
Verlag: C. Bertelsmann Verlag
Seiten: 480
ISBN 978-3570102923
Preis: 19,99€ (Hardcover)

Inhalt:
Das Leben der 17-jährigen Katie nimmt eine dramatische Wendung, als ein Anruf ankündigt, dass ihre Großmutter Mary bei ihr zu Hause einziehen wird. Ihre Mutter Caroline hat dem widerwillig zugestimmt, denn sie hatte seit vielen Jahren keinen Kontakt zu Mary und ist nicht gut auf sie zu sprechen. Katie muss mit der ihr fremden Großmutter das Zimmer teilen. Und sie fängt an, sich für Marys Geschichte zu interessieren. Katie will dem Familiengeheimnis auf die Spur kommen. Das ist nicht einfach, weil Mary an Alzheimer leidet. Doch Katie erkennt verblüffende Ähnlichkeiten zwischen sich und Mary: beide haben eine ungehörige Vorstellung vom Glück …

Meine Meinung:
Zu Beginn wirkte die Geschichte auf mich sehr chaotisch und ich konnte mich irgendwie auch nicht so richtig mit dem Schreibstil anfreunden. Besonders die Rückblenden und die Teile der Geschichte aus der Sicht von Mary, die unter Alzheimer leidet, waren anfangs sehr verwirrend für mich. Im Laufe der Zeit wird es aber immer besser und die Geschichte lässt sich immer flüssiger lesen.
Wer allerdings nach einem spannenden Abenteuerroman sucht, ist hier fehl am Platz. In „Die Ungehörigkeit des Glücks“ gibt es keine besonders ausgeprägte und rasante Handlung, die Charaktere und ihre Entwicklungen stehen in diesem Buch an erster Stelle. Da sich die Autorin aber offensichtlich große Mühe mit den Charakteren beziehungsweise der Familiengeschichte gegeben hat, finde ich das nicht besonders schlimm.
Nachdem man sich also nach und nach in die Geschichte einfindet, lernt man auch nach und nach die Charaktere kennen. Besonders  Mary war mir zunächst sehr sympathisch, und natürlich auch Katie, ihre Enkelin, die sich im Gegensatz zu Marys Tochter schnell mit der alten Frau anfreundet. Später findet man dann heraus, dass Mary etwas in den Augen einiger wirklich Schreckliches getan hat, weswegen ihre eigene Tochter auch so wenig von ihr hält. Mir persönlich hat es Spaß gemacht, dieses „Familiengeheimnis“ aufzudecken, und es hat mir sehr gefallen, dass man bei dieser Geschichte kein eindeutiges „gut“ und „böse“ ausmachen kann, weil eigentlich jeder seinem Charakter entsprechend und sehr nachvollziehbar handelt. Man kann sich also in alle Parteien hineinversetzen und beobachtet den Konflikt von verschiedenen Standpunkten aus.
Davon abgesehen hat die Protagonistin Katie auch andere Probleme: Nach einem missglückten Annäherungsversuch bei ihrer ehemaligen besten Freundin wird sie gleichzeitig ausgegrenzt und hat Probleme damit, sich zu outen. Dabei war sie teilweise so unentschlossen, dass es fast schon genervt hat. In Sachen Liebesgeschichte verlief es dann aber doch recht vorhersehbar, aber das Ende hat mir wirklich gut gefallen, sodass das Buch für mich insgesamt wirklich gelungen ist.

Fazit:
Obwohl die Handlung eher mager ist, kann das Buch mit seinen Charakteren und deren Entwicklungen wirklich punkten und hat mir deshalb trotz einiger Mängel wirklich gut gefallen. Wer dramatische Familiengeschichten mag, dem kann ich das Buch auf jeden Fall empfehlen!


Vielen Dank an den C. Bertelsmann Verlag für das Rezensionsexemplar!

Sonntag, 6. November 2016

[Rezension] City of Lost Souls

Autorin: Cassandra Clare (aus dem amerikanischen Englisch von Franca Fritz und Heinrich Koop)
Verlag: Arena
Teil einer Reihe: 5/6
Seiten: 688
ISBN 978-3401066677
Preis: 19,99€ (Hardcover)

Inhalt:
Kaum ist die Dämonin Lilith besiegt, fehlt von Jace, den Clary über alles liebt, jede Spur - auch ihr finsterer Halbbruder Sebastian ist verschwunden. Doch Jace findet wieder einen Weg zu Clary und enthüllt sein schreckliches Schicksal: Durch Liliths Magie ist er auf immer mit Sebastian und den dunklen Mächten verbunden. Um Jace zu retten, müssen sich auch die Schattenjäger der schwarzen Magie verschreiben. Clary geht dabei den gefährlichsten Weg: Sie möchte Jace’s Seele retten. Aber kann sie Jace überhaupt noch trauen?

Meine Meinung:
Um ehrlich zu sein, konnte mich der 5. Teil der Chroniken der Unterwelt nicht ganz so begeistern wie die Vorbände. Das hat mehrere Gründe:
Zum einen passiert einfach nicht ganz so viel wie in den anderen Büchern, sodass es teilweise an Spannung fehlt, zum anderen ging mir das ganze Hin und Her zwischen Jace und Clary ein wenig auf die Nerven. Klar, Jace ist besessen und auf eine besondere Weise mit Sebastian verbunden, die jeden die Verletzungen des anderen spüren lässt, und deswegen ist Clary unsicher - aber dass sie Jace deswegen abwechselnd zutiefst misstraut und dann wieder küsst, erscheint mir nicht besonders realistisch. Außerdem erschien mir Clary einfach viel zu unkritisch gegenüber dem, was Sebastian und Jace aushecken. Auch, dass sie sich den beiden so unüberlegt anschließt, nur weil Jace sie darum bittet, erscheint mir wenig authentisch.
Allgemein hatte ich bei diesem Buch etwas das Gefühl, dass die verschiedenen Liebesgeschichten und Beziehungen zwischen den Charakteren die Handlung irgendwie verdrängen.
Natürlich hat das Buch auch seine guten Seiten, wie zum Beispiel, dass
durch den regelmäßigen Perspektivenwechsel sozusagen mehrere Handlungen parallel zueinander verlaufen und man so auch mitbekommt, welche Pläne die anderen Charaktere verfolgen. Auch erfährt man in diesem Buch wieder ein paar neue Dinge über die Schattenwelt. So lernt man zum Beispiel die silberne Elbenflüssigkeit kennen, die in der Disco auf Clary und Jace herabtropft und die in der Schattenwelt wie eine Droge wirkt. Man merkt wieder einmal, wie beeindruckend gut durchdacht diese Geschichte und diese Welt, in der die Geschichte spielt, ist.
Außerdem - und da hätte ich mir fast /noch/ mehr Hinweise gewünscht - wird ein neuer, skrupelloser und vor allem sehr junger Feind angedeutet, der im letzten Teil noch eine völlig andere Rolle gespielt hat und in dem auf jeden Fall eine Menge Potenzial steckt. Ich glaube und hoffe, dass diesem Charakter im sechsten und letzten Band „City of Heavenly Fire“ wieder eine größere Rolle zuteil wird und auch, dass dieser letzte Teil mir dann wieder etwas besser gefallen wird.

Fazit:
„City of Lost Souls“ ist zwar keinesfalls schlecht, aber leider doch etwas schwächer als die Vorbände. Mal schauen, ob mir der 6. Teil wieder besser gefällt.

[Rezension] City of Fallen Angels

Autorin: Cassandra Clare (aus dem Amerikanischen Englisch von Franca Fritz und Heinrich Koop)
Verlag: Arena
Teil einer Reihe: 4/6
Seiten: 704
ISBN 978-3401065595
Preis: 19,99€ (Hardcover)

Inhalt:
Simon Lewis muss sich noch daran gewöhnen, ein Vampir zu sein. Besonders seit seine beste Freundin Clary kaum noch Zeit für ihn hat. Sie ist zu beschäftigt mit ihrer Ausbildung zur Schattenjägerin und träumt von ihrer großen Liebe. Doch finstere Dinge geschehen. Ist der Krieg, den Simon gewonnen glaubte, noch nicht vorbei?

Meine Meinung:
Zuerst war ich ein bisschen skeptisch, was nach dem Happy End in Band drei noch großartig passieren könnte, aber irgendwann in der Mitte des Buches stellt man fest, dass noch nicht alle Feinde besiegt zu sein scheinen.
Wie erwartet ist der Anfang aber erst einmal eher ruhig - in den ersten 100 Seiten geht es eigentlich hauptsächlich um das Leben der Charaktere „danach“, besonders Simon und sein neues Vampirdasein werden ausführlich beleuchtet. Nach und nach wird es dann aber wieder spannender.
Der Schreibstil von Cassandra Clare ließ sich wieder sehr flüssig lesen, sodass man wieder richtig gut in die Geschichte eintauchen und sich in ihr verlieren konnte.
In „City of Fallen Angels“ tauchen außerdem ein paar neue Charaktere auf, die für einige Überraschung sorgen, die man als Leser aber genauso schnell ins Herz schließt wie die anderen. Das ist auch eine der Gründe, warum ich die Reihe so sehr liebe: Jeder Charakter - ob gut oder böse - passt perfekt in die Geschichte und ist auf seine eigene Art liebenswert.
Auch von der Handlung kann das Buch punkten: Nachdem der Einstieg wie schon gesagt etwas ruhiger ist, nimmt die Geschichte nach und nach wieder an Fahrt auf. Grausame Funde werden gemacht: Überall in New York tauchen schrecklich zugerichtete Babyleichen auf, Babyleichen, denen das gleiche angetan worden zu sein scheint wie Sebastian. Auch in dessen Adern floss Dämonenblut, als er noch gelebt hatte - aber ist der wirklich tot? Im Laufe des Buches wird daran immer mehr gezweifelt, und als es schließlich zum Kampf kommt und Clary und die anderen auf eine dämonische Kraft stoßen, die ihre Vorstellungen bei weitem zu überragen scheint, müssen sie sich einer neuen unglaublich großen Gefahr stellen und es kommt zum spannenden Showdown.
Da das Buch an einer besonders spannenden Stelle endet, bin ich schon sehr gespannt auf Teil 5.

Fazit:
Nach einem eher etwas ruhigem Einstieg wird es auch hier wieder richtig spannend und mitreißend. Eine absolut gelungene Fortsetzung der Reihe!

Dienstag, 1. November 2016

Lesemonat Oktober



Hey ihr Lieben!
Hier kommt die Übersicht über meinen Büchermonat Oktober :)
Gelesen habe ich 12 ½ Bücher, womit ich eigentlich ganz zufrieden bin, und zwar:

-Harry Potter and the Goblet of Fire (die zweite Häfte ;))
 -Wie Schnee so weiß
-Nachtbeben
-Noughts & Crosses
-Fangirl
-Amokspiel
-Flawed - Wie perfekt willst du sein?
-Secret Fire - Die Entflammten
-Zorn und Morgenröte
- City of Bones
-City of Ashes
-City of Glass
-Das Paket

Mein Highlight ist - obwohl die Bücher fast alle sehr gut waren - „Noughts & Crosses“ von Malorie Blackman. Warum, könnt ihr in meiner Rezension dazu nachlesen :)
Mein Flop des Monats ist leider, leider „Zorn und Morgenröte“, was echt schade ist, weil die Geschichte viel Potenzial hat!

Neu einziehen durften bei mir diese Bücher:

-Fangirl
-Me before you
-Flawed - Wie perfekt willst du sein?
-Zorn und Morgenröte
-Quidditch im Wandel der Zeiten
-Secret Fire - Die Entflammten
-Das Paket

„Secret Fire“ habe ich als Rezensionsexemplar bekommen und „Fangirl“ und „Me before you“ habe ich aus einem Gebrauchte-Bücher-Regal im Urlaub gerettet. Leider sehen sie sehr wie „Strandbücher“ aus (wie kann man Büchern so etwas nur antun?!), aber ich musste sie einfach da rausholen! Und bei mir geht's ihnen auch vieeel besser ;)

Wie sieht euer Büchermonat so aus?:)

[Rezension] Das Paket

Autor: Sebastan Fitzek
Verlag: Droemer HC
Seiten: 368
ISBN 978-3426199206
Preis: 19,99€ (Hardcover)

Inhalt:
Seit die junge Psychiaterin Emma Stein in einem Hotelzimmer vergewaltigt wurde, verlässt sie das Haus nicht mehr. Sie war das dritte Opfer eines Psychopathen, den die Presse den »Friseur« nennt – weil er den misshandelten Frauen die Haare vom Kopf schert, bevor er sie ermordet.
Emma, die als Einzige mit dem Leben davonkam, fürchtet, der »Friseur« könnte sie erneut heimsuchen, um seine grauenhafte Tat zu vollenden. In ihrer Paranoia glaubt sie in jedem Mann ihren Peiniger wiederzuerkennen, dabei hat sie den Täter nie zu Gesicht bekommen. Nur in ihrem kleinen Haus am Rande des Berliner Grunewalds fühlt sie sich noch sicher – bis der Postbote sie eines Tages bittet, ein Paket für ihren Nachbarn anzunehmen.
Einen Mann, dessen Namen sie nicht kennt und den sie noch nie gesehen hat, obwohl sie schon seit Jahren in ihrer Straße lebt ...

Meine Meinung:
Zuerst einmal muss ich sagen, dass das Buch von außen wirklich genial aussieht! Es ist nämlich in einem echten Paket drin, das genauso wie das Buchcover gestaltet ist. Das Buch selbst ist aus hartem Karton, was ein zusätzliches „Paket-Feeling“ verleiht - also sozusagen Das Paket aus Paket im Paket! Von der Aufmachung her hat das Buch mich also auf jeden Fall überzeugt.
Und vom Inhalt her . . . Tja, was soll ich zum Inhalt sagen? Auf jeden Fall habe ich das Buch an einem Nachmittag/Abend durchgelesen, und ich denke, das sagt schon einiges über den Inhalt aus . . .
Schon die ersten Seiten waren fesselnd, und so fesselnd bleibt es dann auch bis zum Schluss. Man kann sich sehr gut in die Protagonistin Emma Stein hineinversetzen, obwohl sie offenbar massive psychische Probleme  hat. Man bekommt also einen interessanten und faszinierenden Einblick in die menschliche Psyche und durchlebt den ganzen Wahn sozusagen gemeinsam mit Emma.
Die Situation wirkt zunächst sehr vertrackt und mysteriös: Emma wurde in einem Hotelzimmer vergewaltigt, das gar nicht existiert? Und sie soll ein Paket für einen scheinbar nicht existierenden Nachbarn annehmen?
Natürlich ist man sehr neugierig, was sich in dem Paket befindet, und wird diesbezüglich ziemlich auf die Folter gespannt. Wenn man es dann herausfindet, so ist man wahnsinnig geschockt.
Sebastian Fitzek lockt einen immer wieder auf falsche Fährte, sodass man irgendwann nicht mehr weiß, was man glauben soll, oder ob man überhaupt noch irgendetwas glauben sollte. Das ganze Buch über hat man ein flaues Gefühl im Magen und es ist, als würde man auf einer Achterbahn sitzen, die die ganze Zeit nur bergab fährt: rasant, voller Adrenalin, unaufhaltsam. So ist es so gut wie unmöglich, das Buch nicht aus der Hand zu legen und es nicht in einem Rutsch durchzulesen.
Gerade gegen Ende hin wird es unglaublich spektakulär, und das nicht unbedingt im physischen Sinne, d.h. mit viel Action, sondern eher im Psychischen.
Alles wird noch verwirrter und unverständlicher, und natürlich viel nervenzerreißender, während sich das Buch dem Ende nähert.
Wenn man dann herausfindet, wer hinter dem Friseur steckt, was die Intention dieses kranken Psychopaten ist und wie das alles mit Emma zusammenhängt, scheint jedoch alles so logisch. Mit dem Ende bin ich also mehr als zufrieden.
Hinten im Buch befinden sich außerdem Leserbriefe zum Jubiläum "10 Jahre Fitzek", und ich kann euch nur raten, euch die Briefe nach der Lektüre durchzulesen! Teilweise waren wirklich berührende Geschichten dabei, die zeigen, was ein Buch alles bewirken kann. Ich persönlich habe wirklich größten Respekt vor Fitzek und dem, was er erreicht hat, und kann nur sagen: Auf weitere 10 Jahre!

Fazit:
Wahnsinnscover, Wahnsinnsautor, Wahnsinnsidee, Wahnsinnsbuch. "Das Paket" überzeugt auf ganzer Linie und ist nicht nur für Thriller-Fans ein Muss. Leute, lest dieses Buch!

[Rezension] City of Glass


Autorin: Cassandra Clare
Verlag: Arena
Teil einer Reihe: 3/6
Seiten: 728
ISBN 978-3401061344
Preis: 19,99 € (Hardcover)

Inhalt:
In Idris sind düstere Zeiten angebrochen. Als Valentin sein tödliches Dämonenheer zusammenruft, gibt es nur eine Chance, um zu überleben: Die Schattenjäger müssen ihren alten Hass überwinden und Seite an Seite mit den Schattenwesen in diesen Kampf ziehen. Um Clary vor der drohenden Gefahr zu schützen, würde Jace alles tun – doch dafür muss er sie erst einmal verraten …

Meine Meinung:
Der dritte Band der Chroniken der Unterwelt schließt sofort an den letzten Band an, sodass man sich gleich wieder mitten im Geschehen befindet. Clary will nach Alicante, die „gläserne Stadt“, weil sie dort die Rettung ihrer Mutter erhofft - doch Jace, der sich in einem extremen inneren Konflikt befindet, versucht mit allen Mitteln, sie von der Stadt fernzuhalten.
Die Geschichte spielt fast ausschließlich in Alicante, wodurch man noch tiefer in die Welt der Schattenjäger eintaucht und noch mehr über sie erfährt. Die Lage spitzt sich jedoch immer mehr zu, weil Valentin jetzt schon zwei der Engelsinsignien besitzt und den Erzengel heraufbeschwören will, um seine Macht endgültig zu festigen.
Die Stadt ist in Aufruhr, es wird gekämpft - und der Leser muss währenddessen schwere Schocks verarbeiten. Es ist einfach unglaublich, wie Cassandra Clare sich von Buch zu Buch immer mehr steigert! „City of Glass“ ist noch spannender, noch mitreißender und vor allem noch herzzerreißender als die vorherigen Bände. Gerade die „verbotene“ Liebesgeschichte zwischen Clary und Jace macht einem immer mehr zu schaffen und man beginnt noch intensiver zu hoffen, dass es sich um ein großes Missverständnis handelt, was das Verhältnis zwischen den beiden angeht.
Sowohl die Haupt- als auch die Nebencharaktere entwickeln sich in diesem Buch enorm weiter - schwierige, folgenschwere Entscheidungen müssen getroffen werden, Entscheidungen, die alles verändern könnten ... Vor allem Clary lernt, über ihren Schatten zu springen, und bewirkt dabei Gewaltiges in den Vorbereitungen zum Kampf gegen Valentins Dämonenheer. Dieser Moment, wenn sie von der jungen, unerfahrenen Schattenjägerin zur einer mutigen Frau wird, die sich eine Stimme verschafft und dadurch viele rettet, hat mir eine Gänsehaut über den Körper gejagt. Und gerade gegen Ende hin werden diese Gänsehautmomente immer mehr, und das Buch wird so wahnsinnig spannend und nervenauftreibend, dass man als Leser wie gebannt davor sitzt. Der spektakuläre Showdown stellt dann noch einmal alles bisher Geschehene in den Schatten.
Das Ende wirkte auf mich allerdings ziemlich wie der Abschluss der Reihe, weil alles irgendwie wieder mehr oder weniger gut zu sein scheint und eigentlich keine Fragen offen bleiben. Nichtsdestotrotz bin ich gespannt auf die nächsten drei Teile und darauf, wie die Idee, dass es nach dem Happy End  noch einmal brenzlig wird, umgesetzt wird.

Fazit:
„City of Glass“ ist ein atemberaubendes Fantasy-Buch, das in jeder Hinsicht überzeugt und ein mehr als gelungener Abschluss der Reihe sein könnte. Auf die drei Folgebände und darauf, weiter in diesem gigantischen Universum unterwegs sein zu dürfen, freue ich mich trotzdem sehr.