Dienstag, 27. Dezember 2016

[Rezension] Atlantia


Autorin: Allie Condie (aus dem amerikanischen Englisch von Stefanie Schäfer)
Verlag: FISCHER FJB
Seiten: 416
ISBN 978-3841421692
Preis: 16,99€ (Hardcover)

Inhalt:
Zwillinge.
Sie waren für ein gemeinsames Leben bestimmt.
Doch das Schicksal trennte sie.
In einer Welt, die in Wasser- und Landbevölkerung aufgeteilt ist, werden die Zwillingsschwestern Rio und Bay durch einen Schicksalsschlag getrennt. Bay tritt ihre Reise zur Oberfläche an. Rio bleibt in Atlantia zurück. Um ihre Schwester wiederzusehen, muss sie herausfinden, warum Wasser und Land getrennt wurden und welche wunderbare und zugleich zerstörerische Gabe die Frauen der Familie verbindet.

Meine Meinung:
Ich bin durch eine Leseprobe auf dieses Buch aufmerksam und neugierig geworden, und seitdem habe ich auf den Moment hingefiebert, es zu lesen. Leider war es nicht ganz so gut wie erwartet.
Zuerst einmal muss ich aber die tolle Idee der Autorin loben, die mir unglaublich  gut gefallen hat. Die Stadt, die unter Wasser liegt und von dem zerstörten Oben getrennt ist, hat mich wirklich fasziniert. Man bekommt ein sehr gutes Bild von Atlantia, da alle Teile der Stadt sowie die Umgebung detailliert beschrieben werden.
Auch die spirituellen Aspekte des Buches, die ich ebenso ungewöhnlich wie originell finde,  haben mir sehr gut gefallen, weil sie dem Buch eine ganz besondere Atmosphäre gegeben haben. Dazu gehören auch die sogenannten „Wunder“, von denen die Protagonistin Rio eines ist - denn sie gehört zu den Sirenen, die Menschen mithilfe ihrer Stimme manipulieren können.
Ich bin aber auch der Meinung, dass die Reichweite der Macht der Sirenen etwas verschwommen wirkt, weil mir teilweise einfach die Beschreibungen fehlen.  Außerdem wirkt die Liebe zwischen Rio und True etwas gezwungen, fast, als müssten sie am Ende unbedingt ein Paar sein. Ich hätte es besser gefunden, wenn die beiden sich  im Bezug auf die Suche nach ihren Freunden / Familienmitgliedern im Oben nähergekommen und zu guten Freunden geworden wären. Leider ist es heutzutage aber häufig so, dass es in Jugendbüchern unbedingt eine Liebesgeschichte geben muss.
Mich hat auch etwas genervt, dass die ganze Zeit vom Oben geredet wird, aber die Zeit dort trotzdem relativ knapp bemessen ist. Die Flucht wird mehr als das halbe Buch lang vorbereitet und geplant, bevor dann wirklich mal etwas geschieht. Dementsprechend sind Showdown und Ende relativ knapp und es herrscht meiner Meinung nach kaum Spannung.
Mir persönlich hätte es besser gefallen, wenn die lange Zeit in Atlantia etwas gekürzt worden wäre und das Buch gegen Ende hin ausführlicher, besser erklärt und vor allem packender  gewesen wäre. Auch hätte ich mir einen rückblickenden Bezug auf die Götter und eine Art „Aufklärung“ der Wunder gewünscht. Das Buch wäre mit Sicherheit auch interessanter und vielschichtiger gewesen, wenn sich die Charaktere, insbesondere Rio, zusätzlich mit Glaubensfragen hätten beschäftigen müssen. Die Idee mit den sagenumwobenen Göttern hat mir nämlich wie bereits erwähnt wirklich gut gefallen, aber man hätte eben noch etwas tiefer gehen können bzw. sollen.

Fazit:
Hinter „Atlantia“ steckt eine wirklich geniale Idee, die aber nur zu Teilen gut umgesetzt wurde. Somit konnte das Buch sein volles Potenzial leider nicht entfalten.

[Rezension] Göttlich verdammt

Autorin: Josephine Angelini (aus dem amerikanischen Englisch von Simone Wiemken)
Verlag: Dressler
Teil einer Reihe: 1/3
Seiten: 496
ISBN 978-3791526256
Preis: 19,95€ (Hardcover)

Inhalt:
Die 16-jährige Helen lebt mit ihrem Vater auf Nantucket und langweilt sich. Doch dann passiert endlich etwas Aufregendes: Die Familie Delos zieht auf die Insel. Alle sind hin und weg von den äußerst attraktiven Neuankömmlingen. Nur Helen spürt von Anfang an großes Misstrauen. Gleichzeitig plagen sie plötzlich düstere Albträume. Was dahintersteckt, erfährt Helen erst nach und nach: Lucas und sie stammen von Halbgöttern ab und sind dazu verdammt, einen erbitterten Kampf auszulösen, weil sie sich ineinander verlieben.

Meine Meinung:
Obwohl ich anfangs eher skeptisch war, hat mir das Buch wirklich gut gefallen.
Am Anfang ist allerdings nicht so viel passiert und es fiel teilweise schwer, die Hintergrundgeschichte nachzuvollziehen.
Außerdem ist die Wendung von Hass  zu Freundschaft zwischen Helen und Lucas nachdem die Furien verschwunden sind meiner Meinung nach etwas zu schnell geschehen.
Auch scheint es etwas unglaubwürdig, dass Helen sich sofort damit abfindet, dass sie eine Halbgöttin ist, und kaum überrascht oder skeptisch scheint. Dasselbe gilt für ihre beste (menschliche) Freundin, die das Ganze kaum oder eigentlich gar nicht hinterfragt.
Ich hätte es auch, glaube ich, besser gefunden, wenn das Buch in der Ich-Perspektive geschrieben wäre, da man sich so vielleicht noch besser in Helen hereinversetzen könnte.
Auf der anderen Seite finde ich aber, dass eine wirklich tolle Idee hinter dem Buch steckt. Die ganzen historischen Aspekte und die Mythen und Sagen, die eingeflochten wurden, haben mir wirklich gut gefallen, weil es mal was anderes ist und außerdem wirklich originell.
Das Buch ist größtenteils sehr spannend geschrieben und auch wenn es gerade nicht so hoch her geht, ist man gespannt, wie es wohl weitergeht.
Es gibt viele tolle Charaktere, aber auch einige, die sehr undurchdringlich und schwer einzuschätzen sind, wie zum Beispiel eine tot / verschollen geglaubte Person, die gegen Ende auftaucht. Jeder Charakter scheint einen wichtigen Platz in der Geschichte einzunehmen, egal wie klein seine Rolle ist, und da im Laufe des Buches einige mysteriöse Dinge geschehen, beginnt man sich schon irgendwie zu fragen, wer jetzt wohl eine noch wichtigere Rolle kriegen könnte.
Es gibt einige überraschende Wendungen, und zusammen mit dem tollen Cover ist „Göttlich verdammt“ ein Buch, das sich - ganz besonders für Mythologie-Fans - wirklich lohnt!

Fazit:
Mythisch, sagenhaft, mysteriös - dieses Buch ist trotz der Kritikpunkte, die ich habe, wirklich lesenswert und wird ganz besonders Fans der Antike und alter Göttersagen gefallen.

Freitag, 23. Dezember 2016

[Rezension] Die Puppenkönigin - Das Geheimnis eines Sommers


Autorin: Holly Black (aus dem amerikanischen Englisch von Anne Brauner)
Verlag: cbj
Seiten: 256
ISBN 978-3570156438
Preis: 14,99€ (Hardcover)

Inhalt:
Zach, Poppy und Alice sind schon ihr Leben lang allerbeste Freunde. Sie lieben es, sich für ihre Actionfiguren aus der Kindheit Geschichten einer magischen Welt, die voller Abenteuer und Heldentum ist, auszudenken. Doch dieses Spiel nimmt eines Nachts eine schaurige Wendung. Alice und Poppy tauchen bei Zach auf und erzählen ihm von einer Reihe furchteinflößender Ereignisse. Poppy schwört, dass sie seit einiger Zeit von einer Porzellanpuppe ihrer Mutter heimgesucht wird, die behauptet, die Seele eines vor langer Zeit ermordeten Mädchens in sich zu tragen. Erst wenn die Freunde sie zu dem Ort des Verbrechens zurückgebracht und dort begraben haben, werde sie Ruhe geben. Andernfalls wird sie die drei Freunde verfolgen - bis in alle Ewigkeit!

Meine Meinung:
Der Einstieg in die Geschichte sowie die Idee mit den Kindern, die sich mithilfe ihrer Puppen und Actionfiguren eine eigene Welt erschaffen, hat mir gut gefallen und die Neugier auf mehr geweckt. Die Sache mit den Puppen inklusive der großen Königin hatte etwas Märchenhaftes an sich. 
Der Schreibstil lässt sich sehr flüssig lesen, sodass man sehr schnell in die Geschichte eintauchen kann.
Da das Buch etwas Mysteriöses und Gruseliges an sich hat, bleibt es meistens interessant, aber es wird nie so heftig, als dass es nicht auch jüngere Leute lesen könnten.
Da die Protagonisten hier auch relativ jung sind, wird die Identifikation sicherlich besonders den jüngeren Lesern leichtfallen.
Allerdings wirkten die Charaktere - vielleicht gerade, weil sie so jung sind - teilweise sehr naiv auf mich und ich konnte viele Handlungen nicht so gut nachvollziehen. Außerdem hatte ich das Gefühl, dass die Charaktere manchmal nicht wirklich ihrem Charakter entsprechend handeln.
An einigen Stellen wirkte das Buch etwas unlogisch. So habe ich mich zum Beispiel gefragt, warum die Kinder die Puppe nicht einfach zurück in die Glasvitrine zu sperren - dort konnte sie ihnen zuvor schließlich auch nichts antun…
Insgesamt fand ich das Buch eigentlich ganz gut, bin aber der Meinung, dass es durchaus etwas länger und besser ausgearbeitet sein könnte, weil so bestimmt einige offen gebliebene Fragen bzw. Unklarheiten hätten geklärt werden können. Zum Zwischendurchlesen ist dieses Buch jedoch gut geeignet.

Fazit:
„Die Puppenkönigin“ ist ein nettes Fantasy-Buch für zwischendurch, hinter dem eine tolle Idee steckt, das jedoch einige Lücken zu haben scheint und vielleicht etwas länger und ausführlicher hätte sein können.

[Rezension] Mein bester letzter Sommer

Autorin: Anne Freytag
Verlag: Heyne Verlag
Seiten: 368
ISBN 978-3453270121
Preis: 14,99€ (Hardcover)

Inhalt:
Tessa hat immer gewartet – auf den perfekten Moment, den perfekten Jungen, den perfekten Kuss. Weil sie dachte, dass sie noch Zeit hat. Doch dann erfährt das 17-jährige Mädchen, dass es bald sterben muss. Tessa ist fassungslos, wütend, verzweifelt – bis sie Oskar trifft. Einen Jungen, der hinter ihre Fassade zu blicken vermag, der keine Angst vor ihrem Geheimnis hat, der ihr immer zur Seite steht. Er überrascht sie mit einem großartigen Plan. Und schafft es so, Tessa einen perfekten Sommer zu schenken. Einen Sommer, in dem Zeit keine Rolle spielt und Gefühle alles sind …

Meine Meinung:
Da mir so viel von diesem Buch vorgeschwärmt wurde, bin ich natürlich neugierig geworden, und obwohl die Geschichte zunächst sehr nach dem Buch „Das Schicksal ist ein mieser Verräter“ von John Green (das ich übrigens liebe!) klang, konnte es mich doch einigermaßen überzeugen.
Der Anfang hat mich allerdings etwas irritiert, und die Situation mit der Liebe auf den ersten Blick machte einen extrem klischeehaften Eindruck. Eigentlich schade, weil ich die Geschichte von Tessa und Oskar bis auf den Anfang ganz schön finde.
Außerdem hat es mich etwas gestört, dass Tessa zu Anfang des Buches die ganze Zeit so zickig war. Auch, wenn man später erfährt, dass sie  einen Grund für dieses Verhalten hat, hatte ich das Gefühl, es sei ein bisschen zu viel des Guten.
Außerdem hatte ich Probleme damit, Tessas extremen Minderwertigkeitskomplexe nachzuvollziehen. Bis zu einem gewissen Grad mag das aufgrund von ihrer Situation zwar authentisch und glaubhaft wirken, aber dass sie sich auch nach dem gefühlt tausendsten Liebesbeweis immer noch verkriechen will und an sich selbst zweifelt, nervt schon ein wenig.
Als ich zum ersten Mal von diesem Buch gehört habe, habe ich gedacht, dass die Reise, die Tessa und Oskar unternehmen, etwas Heimliches und Verbotenes ist, und auch wenn ich es keineswegs schlimm finde, dass diese Reise von den Eltern genehmigt wurde, so stört es mich doch, dass diese Reise so schnell genehmigt wurde.
Auch sehr schnell und abrupt und vor allem sehr vorhersehbar kam das Ende, wo ich mir etwas mehr Überraschungs- und Schockmomente erhofft hätte.
Auf der anderen Seite finde ich, dass dieses Buch eine wirklich schöne Liebesgeschichte erzählt und zeigt, wie viel man in so kurzer Zeit schaffen kann. Der Schreibstil lässt sich sehr flüssig lesen, sodass man förmlich über die Seiten fliegt.
Die meisten Charaktere waren mir sehr sympathisch und einige, besonders Tessas Schwester Larissa, haben mich sehr überrascht. In Bezug auf Larissa wird einem außerdem klar, wie es für einen Teenager ist, immer im Schatten der älteren Geschwister zu stehen und sogar beim Sterben überholt zu werden. Die Gedanken und Gefühle dieses Charakters finde ich deshalb besonders gelungen und authentisch dargestellt.
Dieses Buch spricht außerdem unterbewusst viele zum Nachdenken anregende Themen an und steckt voller toller Zitate, die ich mir gleich aufschreiben musste.
Ich finde es auch toll, dass es zu diesem Buch eine eigene Playlist gibt (die ihr unter dem Namen #teskar zum Beispiel auf Spotify finden könnt) und habe das Buch zu großen Teilen mit Musik gelesen, was dem Buch für mich noch einmal eine ganz besondere Atmosphäre verliehen hat, weil die Lieder teilweise einfach richtig gut zum Buch passen.
Das Buch lädt zum Träumen ein und weckt gleichzeitig das Fernweh sowie den Wunsch, das Leben zu genießen, solange man noch kann - insgesamt hat es mir also wirklich gut gefallen, trotz der Kritikpunkte.

Fazit:
„Mein bester letzter Sommer“ ist ein tolles Buch, das zum Nachdenken anregt, aber doch Spaß beim Lesen macht. Einige Dinge haben mir zwar nicht besonders gut gefallen, aber ich denke, gerade Fans von Liebesgeschichten werden dieses Buch trotzdem mögen.

[Rezension] Zeitenzauber - Die magische Gondel


Autorin: Eva Völler
Verlag: Bastei Lübbe (Baumhaus)
Teil einer Reihe: 1/3
Seiten: 336
ISBN 978-3833900266
Preis: 14,99€ (Hardcover)

Inhalt:
Die 17-jährige Anna verbringt ihre Sommerferien in Venedig. Bei einem Stadtbummel erweckt eine rote Gondel ihre Aufmerksamkeit. Seltsam. Sind in Venedig nicht alle Gondeln schwarz? Als Anna kurz darauf mit ihren Eltern eine historische Bootsparade besucht, wird sie im Gedränge ins Wasser gestoßen - und von einem unglaublich gut aussehenden jungen Mann in die rote Gondel gezogen. Bevor sie wieder auf den Bootssteg klettern kann, beginnt die Luft plötzlich zu flimmern und die Welt verschwimmt vor Annas Augen ...

Meine Meinung:
Obwohl dieses Buch für mich sehr nach der Edelsteintrilogie klang, habe ich beschlossen, es trotzdem mal zu lesen, und obwohl es wie erwartet viele Parallelen gab, hat das Buch auch seine eigenen Besonderheiten, wie zum Beispiel das Setting. Ich persönlich bin ja ein riesiger Fan von Venedig, weil ich die Stadt einfach wunderschön finde, und es hat mir großen Spaß gemacht, die Stadt aus einer anderen Epoche heraus zu betrachten.
Einige Charaktere, wie zum Beispiel Matthias bzw. später Mattheo, waren mir gleich sehr sympathisch.
Witzig finde ich auch  die Idee mit der Blockade, die alles, was man sagt, in zeitgerechte Begriffe umwandelt (wie zum Beispiel „Rouge“ in „Wangenrot“).
Leider ist das Buch aber voller Klischees, wie zum Beispiel, dass Anna sich gleich in den mysteriösen, gutaussehenden Sebastiano verliebt, der tief in die Zeitreisegeschichte verwickelt ist, aber nichts sagen darf. Besser gefallen hätte es mir zum Beispiel, wenn sie sich stattdessen in den etwas dicken, aber total freundlichen Matthias bzw. Mattheo verliebt hätte.
Außerdem gibt es wie bereits erwähnt viele Parallelen zur Edelsteintrilogie von Kerstin Gier.
Gegen Ende wurde das Buch dann auch zunehmend verwirrender und es fehlte für mich an Erklärungen. Gut, es gibt also eine Art Verein, der sich aus drei verschiedenen Arten von Leuten zusammensetzt. Aber was genau ist das für ein Verein? Wer oder was entscheidet, wer dort welche Stellung einnimmt? Und wie hängt das ganze zusammen?
Zu viele unbeantwortete Fragen, die hoffentlich in Teil 2 beantwortet werden.
Insgesamt hat mir das Buch eher mittelgut gefallen und ich würde es vielleicht etwas jüngeren Lesern empfehlen, weil es teilweise einen eher kindlichen / jugendlichen Eindruck auf mich machte.

Fazit:
„Zeitenzauber - Die magische Gondel“ ist eine Zeitreisegeschichte in einem tollen Setting, leider mit Klischees gespickt und außerdem durch die offen bleibenden Fragen etwas verwirrend. Ich glaube, das Buch hätte auf jeden  Fall besser sein können.

[Rezension] Will Grayson, Will Grayson


Autoren: John Green & David Levithan
Verlag: Penguin
Seiten: 352
ISBN 978-0141346113
Preis: 7,99€ (Taschenbuch)
Das Buch ist auf Deutsch unter dem Titel ,,Will & Will" erhältlich.

Inhalt:
Sie heißen beide Will Grayson, wohnen in Chicago, sind siebzehn und haben dasselbe Problem: Aus Angst, es mit der Liebe zu versemmeln, lassen sie sich auf Romantisches gar nicht erst ein. Der eine zögert seit Wochen, sich selbst einzugestehen, was für andere offensichtlich ist: dass er bis über beide Ohren in seine Mitschülerin Jane verliebt ist. Der andere flüchtet sich in eine Online-Beziehung, anstatt sich vor seinen Freunden zu outen. Doch alles ändert sich, als Will & Will eines Abends ganz zufällig aufeinandertreffen …

Meine Meinung:
Obwohl ich ein riesiger Fan von John Green und seinen Büchern bin, konnte mich dieses nicht ganz so begeistern wie zum Beispiel „Das Schicksal ist ein mieser Verräter“.
Zuerst aber einmal die Sachen, die mir gut gefallen haben:
So finde ich zum Beispiel die Idee mit den beiden Will Graysons sehr originell und außergewöhnlich. Es gibt ja einige Bücher, in denen sich zwei getrennte Zwillinge zum ersten Mal treffen, aber über zwei gleichnamige Personen habe ich so noch nie etwas gelesen.
Gut finde ich auch, dass dieses Buch wichtige Themen wie das Recht auf Individualität und Homosexualität behandelt, aber dabei nicht unbedingt „schonend“ ist, sondern doch realistisch.
Außerdem mochte ich den Charakter Tiny, der am Anfang zwar etwas seltsam wirkte, aber mir gerade gegen Ende hin immer sympathischer wurde. Das Ende hat mir dann sehr gut gefallen.
Allerdings hatte ich den Eindruck, dass eher Tiny der Protagonist sei, während die beiden Will Graysons teilweise eher passiv wirkten, obwohl die Geschichte aus deren Sicht erzählt wurde.
Außerdem fiel es mir teilweise schwer, mich in die beiden Will Graysons hineinzuversetzen und konnte mich irgendwie mit keinem von beiden so richtig identifizieren.
Auch war es etwas seltsam, dass Will und Will nie wirklich viel miteinander zu tun hatten, sondern immer nur mit Tiny, der ja - wie bereits erwähnt - eher wie die Hauptfigur in diesem Buch wirkte.
Teilweise hatte ich außerdem das Gefühl, es würde irgendwie nicht wirklich viel geschehen.
Das Buch ist in einer sehr „jugendlichen“ Sprache, was ich auf Dauer zwar meistens nervig finde, aber hier angebracht erscheint, und solange damit nicht übertrieben wird, finde ich es eigentlich eine ganz nette Abwechslung, zwischendurch mal ein bisschen was eher Umgangssprachliches zu lesen.
Interessant finde ich die Art und Weise, wie die Autoren die Sache mit den zwei verschiedenen Sichten gemeistert haben - während ich da bei anderen Büchern oft etwas verwirrt bin, ist hier eine klare Trennung zu erkennen, weil die Kapitel der Sicht des einen Will in ganz normalem Englisch geschrieben sind, während der andere Will nur in Kleinbuchstaben und im Chatstil erzählt. Für einige sicher ungewöhnlich und auf jeden Fall Geschmackssache, aber ich finde, es ist schon eine originelle Idee.

Fazit:
Hinter „Will Grayson, Will Grayson“ steckt eine tolle Idee, bei deren Umsetzung ich zwar einiges zu kritisieren habe, aber insgesamt hat mir das Buch eigentlich ganz gut gefallen. Wer aber lieber spannungsgeladene und actionreiche Bücher liest, ist hiermit fehl am Platz.

Montag, 19. Dezember 2016

[Rezension] Passagier 23

Autor: Sebastian Fitzek
Verlag: Knaur TB
Seiten: 432
ISBN 978-3426510170
Preis: 9,99€ (Taschenbuch)

Inhalt:
Jedes Jahr verschwinden auf hoher See rund 20 Menschen spurlos von Kreuzfahrtschiffen. Noch nie kam jemand zurück. Bis jetzt ... 
Martin Schwartz, Polizeipsychologe, hat vor fünf Jahren Frau und Sohn verloren. Es geschah während eines Urlaubs auf dem Kreuzfahrtschiff „Sultan of the Seas“ – niemand konnte ihm sagen, was genau geschah. Martin ist seither ein psychisches Wrack und betäubt sich mit Himmelfahrtskommandos als verdeckter Ermittler.
Mitten in einem Einsatz bekommt er den Anruf einer seltsamen alten Dame, die sich als Thrillerautorin bezeichnet: Er müsse unbedingt an Bord der „Sultan“ kommen, es gebe Beweise dafür, was seiner Familie zugestoßen ist. Nie wieder wollte Martin den Fuß auf ein Schiff setzen – und doch folgt er dem Hinweis und erfährt, dass ein vor Wochen auf der „Sultan“ verschwundenes Mädchen wieder aufgetaucht ist. Mit dem Teddy seines Sohnes im Arm …


Meine Meinung:
Wie unschwer zu erkennen sein dürfte, LIEBE ich die Bücher von Sebastian Fitzek und auch dieses konnte mich wieder absolut mitreißen!
Allein schon die Idee mit dem Kreuzfahrtschiff - ein Ort ohne Polizei - hat mir sehr gut gefallen und war wirklich außergewöhnlich! Da ich selber auch schon einmal auf einem Kreuzfahrtschiff war (genau genommen wurde mir dieses Buch sogar auf einem Kreuzfahrtschiff empfohlen, wo ich auch zum ersten Mal wirklich etwas von Sebastian Fitzek gehört habe…mysteriös, mysteriös…) konnte ich mir alles sehr gut vorstellen, wie zum Beispiel, dass so ein Schiff tatsächlich wie eine Kleinstadt ist, unglaublich viele Menschen beherbergt und tatsächlich wie eine richtige Stadt ausgestattet ist. Für mich war es auch spannend, mal „hinter die Kulissen“ zu blicken und zu erfahren, wie es außerhalb des Touristentrubels aussieht.
Die Story an sich war natürlich der Wahnsinn, ich konnte dieses Buch wortwörtlich nicht mehr aus der Hand legen und hatte durchgehend Gänsehaut.
Es verlaufen mehrere Handlungsstränge nebeneinander, die am Ende zusammenfließen, und nachdem alles, was geschehen ist, endlich einen Sinn ergibt und unglaublich logisch erscheint, ändert sich noch einmal alles. Es bleibt also spannend bis zur allerletzten Seite.
Sehr geschickt gemacht finde ich auch, dass der Prolog eine extreme Spannung aufbaut, aber das darin Geschehene bis zum Epilog nicht mehr in der Geschichte auftaucht. Am Ende wartet also eine große Überraschung, bei der ich - absurderweise - sogar lachen musste. Aber ich denke, wer das Buch kennt, wird verstehen, was ich meine.
Wie die anderen Bücher von Fitzek ist auch dieses absolut genial - wenn auch nichts für schwache Nerven, da es teilweise sehr heftig und brutal ist.

Fazit:
Ein packender, atemberaubender Psychothriller voller überraschender Plot Twists und einer gehörigen Portion Gänsehautmomente - „Passagier 23“ ist ein Muss für jeden Thriller-Fan!

[Rezension] Die Insel der besonderen Kinder

Autor: Ransom Riggs (aus dem amerikanischen Englisch von Silvia Kinkel)
Verlag: Knaur TB
Teil einer Reihe: 1/3
Seiten: 416
ISBN 978-3426510575
Preis: 12,99€ (Taschenbuch)

Inhalt:
Manche Großeltern lesen ihren Enkeln Märchen vor. Was Jacob von seinem Opa hörte, war etwas ganz anderes: Abraham erzählte ihm von einer Insel, auf der abenteuerlustige Kinder mit besonderen Fähigkeiten leben, und von Monstern, die auf der Suche nach ihnen sind … Erst Jahre später, als sein Großvater unter mysteriösen Umständen stirbt, erinnert Jacob sich wieder an die Schauergeschichten und entdeckt Hinweise darauf, dass es die Insel wirklich gibt. Er macht sich auf die Suche nach ihr und findet sich in einer Welt wieder, in der die Zeit stillsteht und er die ungewöhnlichsten Freundschaften schließt, die man sich vorstellen kann. Doch auch die Ungeheuer sind höchst real – und sie sind ihm gefolgt …

Meine Meinung:
Wie ihr vielleicht wisst, habe ich vor kurzem schon die Comic-Adaption zum Auftakt der Trilogie „Die besonderen Kinder“ rezensiert. Da mir der Comic gut gefallen hat, war ich natürlich umso gespannter auf das „richtige“ Buch.
Wie erwartet hat mir auch dieses sehr gut gefallen.
Schon der Einstieg hat Lust auf mehr gemacht, und der Protagonist Jacob war mir gleich sympathisch. Er wirkte auch nicht wie der typische Außenseiter, der keine Freunde hat, sondern mehr oder weniger bewusst von anderen Leuten abgegrenzt. Im Laufe des Buches wirkte er zwischendurch manchmal ein bisschen unentschlossen, was aber meistens auch nachvollziehbar war.
Richtig gut gefallen haben mir auch die unzähligen tollen Fotos, mit denen das Buch gespickt ist und die dem ganzen zusätzlich eine besondere Atmosphäre verschaffen. Auch, dass die Bilder kaum bis gar nicht nachbearbeitet sein sollen, und dass der Autor sich in mühsamer Arbeit die ganzen Bilder zusammengestellt hat, finde ich sehr beeindruckend.
Die „besonderen Kinder“ sind mir auch sofort ans Herz gewachsen. Jeder ist auf seine eigene Art unglaublich toll, vielschichtig und manchmal auch komisch, sodass es mir wirklich Spaß gemacht hat, sie durch die Geschichte zu begleiten! Besonders angetan haben es mir die kleine Olive, die schwere Schuhe tragen muss, um nicht davonzuschweben, und der unsichtbare Millard. Aber auch die anfangs grobschlächtig wirkende Bronwyn hat am Ende bewiesen, dass sie ein Herz hat, und nicht zu vergessen Emma, die einst ein besonderes Verhältnis zu Jacobs Großvater hatte und sich deswegen anfangs von Jacob distanziert, bis sie sich dann doch langsam näherkommen.
Die Kulisse mit dem großen Haus, das in einer Zeitschleife steckt und sich auf einer abgelegenen Insel befindet, hat mir auch sehr gut gefallen.
Der Showdown war sehr actiongeladen, und so mancher Charakter musste über sich hinauswachsen. Außerdem wartet ein recht unerwartet kommender Plot Twist auf den Leser.
Insgesamt ein wirklich tolles Buch, an dem ich fast nichts zu kritisieren habe, und ich kann es kaum erwarten, Teil 2 zu lesen!

Fazit:
„Die Insel der besonderen Kinder“ ist eine wunderschöne, märchenhafte Geschichte mit unglaublich vielseitigen und liebenswerten Charakteren in einem faszinierenden Setting, abgerundet von tollen Fotos - ein rundum gelungenes Buch!

[Rezension] Die Unwahrscheinlichkeit von Liebe

Autorin: A.J. Betts (aus dem australischen Englisch von Anja Malich)
Verlag: FISCHER KJB
Seiten: 336
ISBN 978-3596812547
Preis: 8,99€ (Taschenbuch)

Inhalt:
Kopf an Kopf liegen Zac und Mia in ihren Krankenhausbetten, nur durch eine dünne Wand getrennt. Diagnose: Krebs. Gefühlszustand: isoliert und allein. Im normalen Leben hätten sie wahrscheinlich nichts miteinander zu tun. Aber im Krankenhaus gelten andere Regeln. Man braucht Kraft, um die Zeit dort durchzustehen. Und noch mehr Kraft, um in die normale Welt zurückzukehren. In einer dieser Welten braucht Zac Mia. Und in der anderen braucht Mia Zac. Oder vielleicht brauchen sie sich gegenseitig. Jetzt und für immer.

Meine Meinung:
Obwohl ich bei diesem Buch eher eine „klassische“ Krebsgeschichte hätte, konnte es mich sowohl überraschen als auch begeistern.
Der erste Teil des Buches ist hauptsächlich aus der Sicht von Zac erzählt, und ich konnte mich gleich von Anfang an gut in ihn hineinversetzen. Mit seiner leicht sarkastischen, aber doch realistischen Art war er mir sehr sympathisch.
Mit der zweiten Protagonistin Mia konnte ich mich nicht ganz so anfreunden. Ihre Wut auf alles und jeden war  zwar durchaus nachvollziehbar, aber teilweise hat sie sich einfach so unreif und kindisch benommen, dass es mir manchmal schwer fiel, sie zu mögen.
Die Idee, dass die beiden sich durch eine Wand „kennenlernen“, finde ich sehr originell. Im Gegensatz zu anderen 0815-Liebesgeschichten ist es hier auch keine Liebe auf den ersten Blick, sondern es zieht sich über das ganze Buch hinweg - wobei man am Ende auch nicht wirklich sagen kann, ob die beiden jetzt ein Paar oder (gute) Freunde sind.
Auch viele Nebencharaktere wurden gut ausgearbeitet und teilweise sehr detailliert und liebevoll gestaltet, wie zum Beispiel die Krankenschwester die immer eine kindische Haarklammer trägt. Diese kleinen Details lassen das Buch sehr realistisch und lebendig wirken.
Nicht so gut gefallen hat mir, das Buch gegen Ende hin nicht besonders spannend wird, sondern der kleine „Rückschlag“ eher inszeniert wirkt und nur von kurzer Dauer ist. Das etwas offene Ende wiederum hat mir gut gefallen.
Insgesamt ist „Die Unwahrscheinlichkeit von Liebe“ ein lockeres, gut lesbares Buch für zwischendurch, das ich trotz Kritik weiterempfehlen kann.

Fazit:
Ein nettes Buch mit tollen Ideen und Charakteren, das kaum Klischees enthält und, obwohl ich einige Kritikpunkte habe, lesenswert ist - wenn auch nicht für Leute, die lieber spannende und actiongeladene Bücher lesen.

Sonntag, 11. Dezember 2016

[Rezension] Nujeen - Flucht in die Freiheit


Autorin: Nujeen Mustafa
Co-Autorin: Christina Lamb
(Aus dem Englischen von Friedrich Pflüger und Wolfram Ströle)
Verlag: HarperCollins
Seiten: 432
ISBN 978-3959670753
Preis: 18,00€ (Taschenbuch)

Inhalt:
Was bedeutet es wirklich, ein Flüchtling zu sein, durch den Krieg frühzeitig erwachsen werden zu müssen, die geliebte Heimat hinter sich zu lassen und vom Wohlwollen anderer abhängig zu sein?
Die sechzehnjährige Nujeen erzählt, wie der syrische Krieg eine stolze Nation zerstört, Familien auseinander reißt und Menschen zur Flucht zwingt. In Nujeens Fall zu einer Reise durch neun Länder, in einem Rollstuhl. Doch es ist auch die Geschichte einer willensstarken jungen Frau, die in Aleppo durch eine Krankheit ans Haus gefesselt ist und sich mit amerikanischen Seifenopern Englisch beibringt, weil sie die starke Hoffnung auf ein besseres Leben hat. Eine Hoffnung, die sich nun vielleicht fern der Heimat in Deutschland erfüllen kann.
Es ist die Geschichte von Flucht, dem Verlust der Heimat, die Geschichte unserer Zeit – erzählt von einer bemerkenswert tapferen Syrerin, die nie aufgehört hat, zu lächeln.

Meine Meinung:
Aufgrund der aktuellen Ereignisse habe ich beschlossen, dieses Buch zu lesen, und ich kann euch nur raten, es mir gleichzutun.
Nujeens Erzählungen haben mich gleichermaßen überrascht und schockiert, und mit Sicherheit auch dazu beigetragen, dass ich die Flüchtlingskrise jetzt noch einmal von einer ganz anderen Seite sehe.
Das Buch beginnt damit, dass Nujeen von ihrem Leben in Aleppo berichtet, das auch vor dem Krieg schon nicht leicht war. 
Nach und nach verfällt das Land dann immer mehr der Krise, und es ist, als würde man alles hautnah miterleben. Das Buch ist sehr bildlich geschrieben, sodass man sich alles bis ins grausamste Detail schockierend gut vorstellen kann. Was in Syrien Schreckliches geschehen ist und jetzt gerade geschieht, ist einem vielleicht gar nicht so bewusst, aber nach dem Lesen dieses Buches stellt sich nicht länger die Frage, warum Menschen aus ihrer Heimat fliehen, sondern  warum so viele dort bleiben. Für mich persönlich ist es einfach unbegreiflich, wie die Menschen in Syrien mit so viel Gewalt und Unmenschlichkeit in ihrem Alltag klarkommen.
Auch die Flucht nach Deutschland wird sehr anschaulich beschrieben. Dass Nujeen auf ihrer Reise noch Glück gehabt hat, will einem dabei nur schwer in den Kopf. Umso beeindruckender scheint es, dass das Mädchen immer optimistisch bleibt und nie den Mut verliert. Und auch als sie durch ein Fernsehinterview berühmt wird, bleibt sie bodenständig und vor allem eins: sie selbst.
Bei der Ankunft in Europa werden die Dinge, die für uns selbstverständlich erscheinen, noch einmal ganz neu entdeckt.
Dass Nujeen sich mithilfe einer Seifenoper selber Englisch beigebracht hat, finde ich wirklich bewundernswert, und dass ihr zu Ehren eine Extra-Folge der Serie gedreht und in einer Nachrichten-Sendung ausgestrahlt wurde, war ebenso überraschend wie wunderschön. Letztendlich ist sie ja auch nur ein normales Mädchen, das Schreckliches durchgemacht hat, und dieses Buch zeigt, dass jeder Mensch, unabhängig von Herkunft und Religion, das Recht auf ein würdevolles Leben haben sollte.

Fazit:
Ein faszinierendes und berührendes Buch, dass dazu auffordert, Menschen nicht nur als Zahlen zu sehen, und das von einer jungen Frau erzählt, die nie die Hoffnung aufgibt - für mich ein absolutes Lese-Muss!

[Rezension] Die Märchen von Beedle dem Barden

Autorin: J.K. Rowling (aus dem Englischen von Klaus Fritz)
Verlag: Carlsen
Seiten: 128
ISBN 978-3551359261
Preis: 6,99€ (Taschenbuch)

Inhalt:
Welcher ordentliche Zauberer kennt sie nicht: die großartigen alten Märchen, die Beedle der Barde für die magische Gemeinschaft gesammelt hat? Jedem Zaubererkind werden sie abends vorgelesen. Nur Harry Potter hätte fast zu spät von ihnen gehört. Fast. Doch dann rettete ein wertvoller Hinweis daraus ihm das Leben – im Kampf gegen Voldemort, dem grausamsten schwarzen Magier aller Zeiten.

Meine Meinung:
Ich als riesiger Harry Potter-Fan musste dieses Schätzchen aus der Hogwarts-Bibliothek natürlich unbedingt haben, und wie nicht anders erwartet, bin ich absolut begeistert!
Das Buch besteht aus insgesamt fünf Märchen, jeweils mit Kommentar von Albus Dumbledore, wo dann immer etwas über den historischen Kontext sowie die Reaktionen auf das Märchen erzählt wird, was einem das Gefühl gibt, noch tiefer in die magische Welt von Harry Potter einzutauchen.
Von der Aufmachung her hat mir das Buch auch sehr gut gefallen, die Illustrationen waren sehr hübsch anzusehen und auch die Ranken und Blätter, die sich über die Ränder der Seiten winden, verleihen dem Buch etwas ganz Besonderes und Märchenhaftes.
Auch die Märchen selbst waren schön zu lesen und ich habe mich ein bisschen so gefühlt, als würde ich wieder zum kleinen Kind werden, das Märchen liebt und sich diese als Gutenachtgeschichten vorlesen lässt. Ein wirklich tolles Buch, das alle Potterheads begeistern dürfte!

Fazit:
Ein perfektes Buch, um tiefer in die Welt der Zauberer einzutauchen - „Die Märchen von Beedle dem Barden“ sollte jeder Harry Potter-Fan gelesen haben!

Freitag, 9. Dezember 2016

[Rezension] Dark Elements - Steinerne Schwingen

Autorin: Jennifer L. Armentrout (aus dem amerikanischen Englisch von Ralph Sander)
Verlag: HarperCollins
Teil einer Reihe: 1/3
Seiten: 368
ISBN 978-3959670036
Preis: 16,90€ (Hardcover)

Inhalt:
Nichts wünscht Layla sich sehnlicher, als ein ganz normaler Teenager zu sein. Aber während ihre Freundinnen sich Gedanken um Jungs und erste Küsse machen, hat sie ganz andere Sorgen: Layla gehört zu den Wächtern, die sich nachts in Gargoyles verwandeln und Dämonen jagen. Doch in ihr fließt auch dämonisches Blut – und mit einem Kuss kann sie einem Menschen die Seele rauben. Deshalb sind Dates für sie streng tabu, erst recht mit ihrem heimlichen Schwarm Zayne, dem Sohn ihrer Wächter-Ersatzfamilie. Plötzlich wird sie auf einem ihrer Streifzüge von dem höllisch gut aussehenden Dämon Roth gerettet … und er offenbart ihr das schockierende Geheimnis ihrer Herkunft!

Meine Meinung:
Nachdem mir so viel von diesem Buch vorgeschwärmt wurde, war ich natürlich dementsprechend gespannt. Meine Erwartungen wurden jedoch nicht ganz erfüllt.
Zum einen bin ich mit der Protagonistin nicht ganz warmgeworden und ich konnte mich nicht so gut in sie hineinversetzen, was zum Teil auch daran liegt, dass sie einfach wenig Charakter hat und ich persönlich mir einfach kein richtiges Bild machen konnte.
Zum anderen habe ich auch nach den kleineren Verwirrungen am Anfang nicht wirklich in die Geschichte eintauchen können. Diese war zwar nicht wirklich schlecht, aber ich hatte immer das Gefühl, das Geschehen wie eine Außenseiterin zu betrachten und konnte mich nicht mitreißen lassen.
Außerdem wurde diese ganze Erde-Hölle-Trennung nicht wirklich klar. Es ist sowohl von Gesetzen, die das völlige Chaos verhindern, als auch von Dämonen, die ebendieses verursachen sollen, die Rede, und dass Roth so harmlos wirkt, verstärkt die Verwirrung noch zusätzlich. Ich hätte mir da bessere Erklärungen oder wenigstens klarere Trennungen der Fronten gewünscht.
Gut gefallen haben mir jedoch auch ein paar Sachen, zum Beispiel, dass Layla sich nicht sofort in Roth verliebt - wie man es ja aus vielen Büchern kennt -, sondern sich ihm aufgrund seines attraktiven Aussehens annähert, wenn sie es denn tut, und ansonsten erst einmal kühl ihm gegenüber bleibt. Das jedoch ändert sich im Laufe der Zeit wieder wie erwartet, sodass die Dreiecksbeziehung Layla-Roth-Zayne insgesamt doch recht vorhersehbar verläuft.
Das Ende hat mir, auch wenn es nicht besonders spektakulär war, ganz gut gefallen, auch wenn ich rückblickend sagen muss, dass das Buch nicht so spannend war, als dass ich unbedingt Teil 2 lesen müsste.

Fazit:
Hinter „Dark Elements - Steinerne Schwingen“ steckt eine tolle Idee, die aber nur teilweise gut umgesetzt wurde. Teilweise fehlten einfach die Emotionen und es fiel mir schwer, in die Geschichte einzutauchen. Meine Erwartungen hat das Buch leider nur bedingt erfüllt.

Sonntag, 4. Dezember 2016

[Rezension] Alles, was ich sehe


Autorin: Marci Lyn Curtis (aus dem amerikanischen Englisch von Nadine Püschel)
Verlag: Königskinder
Seiten: 432
ISBN 978-3551560223
Preis: 18,99€ (Hardcover)

Inhalt:
Maggie hasst ihr neues Leben als Blinde. Sie will keine tapfere Kranke sein, und auf Unterricht von anderen Blinden kann sie gut verzichten. Nach einem missglückten Streich passiert es: Sie kann wieder sehen! Nur einen Ausschnitt der Welt, genauer: einen zehnjährigen Jungen namens Ben. Mit Hilfe des altklugen und hinreißenden Jungen scheint sie einen Teil ihres alten Lebens zurückzubekommen. Und Bens großer Bruder Mason ist Sänger in Maggies Lieblingsband. Und ziemlich attraktiv. Doch er lässt sie abblitzen, weil er denkt, dass Maggie ihre Blindheit vortäuscht – was ja irgendwie stimmt. Dann kommt heraus, warum sie ausgerechnet Ben sehen kann.

Meine Meinung:
Durch den tollen Klappentext bin ich sofort neugierig auf dieses Buch geworden und habe auf den Moment hingefiebert, es endlich lesen zu können. Und dann hat das Buch meine Erwartungen noch übertroffen!
Schon der Einstieg hat mir sehr gut gefallen, weil man direkt einen Einblick in Maggies Kopf und ihre sarkastische Art bekommt. Schon nach ein paar Sätzen kann man sich ein gutes Bild von diesem Charakter machen und freut sich schon darauf, ein ganzes Buch mit ihm zu verbringen.
Maggie lernt dann auch relativ schnell den kleinen Ben kennen, und da wird sicher der eine oder andere einen neuen Lieblingsbuchcharakter finden, denn Ben ist so süß! Seine lustige, direkte, charmante und möchtegern-machohafte Art hat mich im Laufe des Buches immer wieder zum Lachen (und teilweise auch zum Weinen) gebracht und ich habe ihn gleich ins Herz geschlossen.
Auch die meisten anderen Charaktere waren mir gleich sympathisch, und jeder einzelne hat perfekt in die Geschichte gepasst!
Der Schreibstil der Autorin lässt sich sehr flüssig lesen, und das Buch ist - gerade gegen Ende hin - unglaublich lustig, emotional, schön und auch traurig.
Einen einzigen Kritikpunkt habe ich jedoch: Es wirkt irgendwie unlogisch bzw. wird nicht genauer erklärt, was Ben jetzt so besonders macht.
Maggie kann ihn ja sehen, weil er, spoilerfrei gesagt, eine bestimmte Art von Mensch ist, und nach ihrer ersten Begegnung mit Ben kann Maggie ja alle Menschen dieser Art sehen. Doch als Ben nicht mehr zu dieser Art von Menschen gehört bzw. direkt nach Maggies Erblindung kann sie diese Menschen nicht sehen. Das hätte meiner Meinung nach besser erklärt bzw. durchdacht werden können.
Ansonsten ist dieses Buch aber wirklich genial und ich kann es euch nur wärmstens weiterempfehlen!

Fazit:
Tolle Idee, tolle Charaktere und unglaublich emotional - „Alles, was ich sehe“ ist ein Buch, das definitiv mehr Aufmerksamkeit verdient und das ihr unbedingt lesen solltet!

Samstag, 3. Dezember 2016

Lesemonat November

Hey ihr Lieben!
Hier ein Überblick über meinen Lesemonat November :)
Gelesen habe ich 13 Bücher, und zwar folgende:

-City of Fallen Angels
-City of Lost Souls
-Die Ungehörigkeit des Glücks
-Die Bestimmung
 -Die Bestimmung - Tödliche Wahrheit
-Die Bestimmung - Letzte Entscheidung
-Perfect - Willst du die perfekte Welt?
-Die Insel der besonderen Kinder  - Die Comic-Adaption
-Book of Lies
-Love Letters to the Dead
-Es. Ist. Nicht. Fair
-Du neben mir und zwischen uns die ganze Welt
-Alles, was ich sehe

Die „Die Bestimmung“-Trilogie und „Book of Lies“ waren Rereads.
Mein Monatshighlight war ganz klar „Alles, was ich sehe“ - dieses Buch ist einfach genial!! Mein Monats-Flop war „Love Letters to the Dead“. Mehr dazu könnt ihr wie immer in den Rezensionen nachlesen.:)

Mit den Neuzugängen habe ich mich dieses Mal zurückgehalten *auf die Schultern klopf* und bei mir sind nur 3 Bücher neu eingezogen, davon nur eines selbstgekauft:

-Miss you (gewonnen bei Callie Wonderwood, noch mal vielen lieben Dank dafür)
-Die Ungehörigkeit des Glücks (Rezensionsexemplar)
-Perfect - Willst du die perfekte Welt?

Wie sieht es bei euch so aus?:)

Freitag, 2. Dezember 2016

[Rezension] Es. Ist. Nicht. Fair.

Autorin: Sarah Bentwell (aus dem Englischen von Ute Mihr)
Verlag: Karl Hanser Verlag
Seiten: 352
ISBN 978-3446252967
Preis: 18,00€ (Hardcover)

Inhalt:
Mit der Diagnose ALS ist nichts mehr, wie es war, für den 17-jährigen Sora. Er wird sterben. Bald. Konfrontiert mit dieser Wahrheit sucht Sora nach einem Rest Selbstbestimmung und Würde. Einen geschützten Raum findet er in Chats im Internet. Hier findet er auch neue Freunde: die vom Zeichnen besessene Mai und den liebenswerten Kaito. Doch werden die beiden ihn auch noch mögen, wenn sie ihn richtig kennenlernen? Wenn sie alles über ihn wissen? Soras Gedanken kreisen immer konkreter um den Plan, wenigstens den Zeitpunkt seines Todes selbst zu bestimmen. Nur dafür braucht er die Hilfe seiner Freunde. Eine bewegende Geschichte über Krankheit und Tod, aber auch über die Kraft wahrer Freundschaft.

Meine Meinung:
Durch die viele positive Kritik bin ich neugierig auf dieses Buch geworden, und obwohl es wirklich vielversprechend klang, entsprach es leider nicht meinen Erwartungen.
Schon der Anfang hat mir nicht besonders gut gefallen - eigentlich ist der Protagonist Sora nur am herumjammern, was für ein schreckliches Leben er doch hat, was zwar bis zu einem gewissen Grad nachvollziehbar ist, einem aber schon nach kurzer Zeit auf die Nerven geht.
 Auch von diesem ungelungenen Einstieg abgesehen, hat mir der Charakter Sora nicht wirklich gut gefallen, und es fiel mir auch irgendwie schwer, Mitleid mit ihm zu haben. Das hat zum Teil auch mit seinem wirklich seltsamen Verhalten zu tun: Weil er so einsam ist, loggt er sich in einem Chatroom ein und hat nach einem kleinen „Anfall“ im Chatroom, wenn man das denn so nennen kann, plötzlich Angst, dass alle seine Freunde (die er vielleicht seit zwei Tagen kennt) nichts mehr mit ihm zu tun haben wollen.
Nein, stattdessen will seine Mutter, dass er seine Internet(!)-Freunde zum Essen einlädt. Natürlich sagen auch alle zu, obwohl sie sich, wie schon gesagt, kaum kennen.
Zuerst sind sie dann total abgeschreckt von Soras Krankheit, um dann keine 24 Stunden später wieder voll hinter ihm zu stehen.
Außerdem ist das Buch zu großen Teilen im Chatstil geschrieben, was nach einiger Zeit beim Lesen genervt hat. Das übertriebene Verwenden von Smileys etc. wirkte auf mich etwas unprofessionell.
Ein weiterer Punkt, der mich stört, ist, dass zunächst ständig berichtet wird, dass Kinder und Jugendliche im ganzen Land Spam-Mails erhalten, in denen sie aufgefordert werden, Suizid zu begehen. Da könnte man doch meinen, das hat irgendeine wichtige Bedeutung für den Verlauf bzw. den Ausgang des Buches - aber ganz im Gegenteil! Irgendwann wird das Thema einfach fallengelassen.
Das Ende hat mich teilweise sehr an „Ein ganzes halbes Jahr“ von Jojo Moyes erinnert und konnte mich irgendwie nicht so berühren, wie es wahrscheinlich sollte.
Natürlich gibt es in dem Buch auch ein paar Sachen, die mir ganz gut gefallen haben. So war es für mich zum Beispiel interessant, ein Buch zu lesen, das in Japan spielt, was man, wenn man nicht in der Manga-Welt unterwegs ist, ja nicht so häufig liest. Auch die Idee und die Umsetzung des „Wunschbaums“ fand ich sehr schön.
Insgesamt würde ich aber sagen, dass die negativen Punkte eher überwiegen, und dass es durchaus bessere und schönere Bücher zu dem Thema gibt. Dieses Buch jedenfalls würde ich nicht unbedingt weiterempfehlen.

Fazit:
„Es. Ist. Nicht. Fair.“ hat mir wider Erwartungen nicht besonders gut gefallen. Meiner Meinung nach fehlen dem Buch einfach die Emotionen, außerdem ist es an einigen Stellen ziemlich unrealistisch und wirkt wie eine nicht sonderlich gelungene „Zusammensetzung“ aus verschiedenen Büchern. Leider keine Leseempfehlung.